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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Johannes von Damaskus, der als Kirchenvater und Mönch im achten Jahrhundert in Damaskus gelebt hat. Gebet für die Christen in Syrien


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 26,1-6

An jenem Tag singt man in Juda dieses Lied: Wir haben eine befestigte Stadt, zu unserem Schutz baute der Herr Mauern und Wälle.

Öffnet die Tore, damit ein gerechtes Volk durch sie einzieht, ein Volk, das dem Herrn die Treue bewahrt.

Sein Sinn ist fest; du schenkst ihm Ruhe und Frieden; denn es verläßt sich auf dich.

Verlaßt euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels.

Er hat die Bewohner des hohen Berges hinabgestürzt, die hoch aufragende Stadt; er hat sie zu Boden geworfen, in den Staub hat er sie gestoßen.

Sie wird zermalmt von den Füßen der Armen, unter den Tritten der Schwachen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt ist ein Lied des Lobes und Dankes. Der Grund für die Freude und Dankbarkeit ist ein zweifacher. Die Gläubigen freuen sich einerseits über die Zerstörung der „hoch aufragenden Stadt” Babylon, die ein Symbol des Stolzes und der Überheblichkeit der Mächtigen ist, die die Schwachen und Armen zermalmen. Andererseits gründet die Freude im Aufbau einer „befestigten Stadt”, Jerusalem, welche das Volk aufnimmt, das dem Herrn treu ist. Die von Gott erbaute Stadt hat feste und unbezwingbare Mauern. Im Lied aber werden die Gläubigen aufgefordert, nur auf Gott zu vertrauen, denn er ist der wahre Fels, auf den man sein Vertrauen setzen kann: „Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels.” Der Prophet ermahnt also die Gläubigen, ihre Hoffnung gut auszurichten. Sie beruht nicht auf der Stärke der Mauern. Manchmal vergessen das die Gläubigen, verlieren sogar ihr Herz und vertrauen auf die Mauern. Manchmal sehen sie in den Mauern einen Schutz für ihr eigenes Wohl und für ihre Ichbezogenheit. Es ist leicht, eine Barrieremauer aufzubauen, die die Brüder und Schwestern zurückdrängt und die einen von den Armen und Schwachen entfernt. Der Prophet jedoch fordert dazu auf, die Tore der Stadt immer geöffnet zu halten und sich nicht in den eigenen Sicherheiten zu verschließen, sondern gegenüber der Welt und insbesondere gegenüber den Armen immer offen zu sein. Wenn Papst Franziskus darauf beharrt, dass man zu allen hinausgehen muss, dann wird dabei diese biblische Perspektive der immer geöffneten Tür aufgegriffen, einerseits damit die Gläubigen zu allen hinausgehen können, andererseits damit jeder, der bedürftig ist, in die Stadt eintreten kann. Die Stadt wird zu einem Ort, an dem das Volk der Gerechten und das Volk der Armen lebt – zwei Völker, die miteinander vereint und untrennbar sind. Die Gläubigen und die Armen bewohnen gemeinsam diese Stadt, die zwar vom Himmel stammt, aber bereits auf der Erde ihren Anfang nimmt. Es hat katastrophale Auswirkungen, wenn es in ihrem Inneren Trennungen gibt. Der Prophet schreibt: „Der Herr hat die Bewohner des hohen Berges hinabgestürzt, die hoch aufragende Stadt; er hat sie zu Boden geworfen, in den Staub hat er sie gestoßen.” Distanz zu den Armen bedeutet Distanz zu Gott. Das Bild der Stadt, die zu Boden geworfen und in den Staub gestoßen ist, ist hart, aber wahr. Man darf nicht darauf verzichten, die Revolution Gottes anzunehmen. Dies gilt auch für Jesus. Maria, die Mutter Jesu, besingt den Umsturz der weltlichen Logik: „Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten. Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen” (Lk 1,51-52).


04/12/2014
Gedenken an die Kirche


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