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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Die byzantinische Kirche verehrt heute den heiligen Sabas (†532), der „Archimandrit aller Eremiten Palästinas“ genannt wird.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 29,17-24

Nur noch kurze Zeit, dann verwandelt sich der Libanon in einen Garten, und der Garten wird zu einem Wald.

An jenem Tag hören alle, die taub sind, sogar Worte, die nur geschrieben sind, und die Augen der Blinden sehen selbst im Dunkeln und Finstern.

Die Erniedrigten freuen sich wieder über den Herrn, und die Armen jubeln über den Heiligen Israels.

Denn der Unterdrücker ist nicht mehr da, der Schurke ist erledigt, ausgerottet sind alle, die Böses tun wollen,

die andere als Verbrecher verleumden, die dem Richter, der am Tor sitzt, Fallen stellen und den Unschuldigen um sein Recht bringen mit haltlosen Gründen.

Darum - so spricht der Herr zum Haus Jakob, der Herr, der Abraham losgekauft hat: Nun braucht sich Jakob nicht mehr zu schämen, sein Gesicht muß nicht mehr erbleichen.

Wenn das Volk sieht, was meine Hände in seiner Mitte vollbringen, wird es meinen Namen heilighalten. Es wird den Heiligen Jakobs als heilig verehren und erschrecken vor Israels Gott.

Dann kommen die Verwirrten zur Einsicht, und wer aufsässig war, läßt sich belehren.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Mit diesen Worten beschließt Jesaja das Kapitel, das Jerusalem gewidmet ist und in dem seinem Volk die Strafe für dessen geistige Erblindung angekündigt wird. Der Prophet aber zeigt als Gegensatz zur Tragik dieser Situation die Zukunft des großen Werks der Verwandlung der Menschheit auf. Der Herr wird die Lage seines Volkes und des von ihm bewohnten Landes radikal ändern. Der Prophet leitet seine Vorhersage mit folgenden Worten ein: „Nur noch kurze Zeit …”. So möchte er darauf hinweisen, dass der Herr nicht mehr lange zögern wird einzugreifen. Wir könnten sagen, dass „nur noch kurze Zeit” fehlt bis zum Weihnachtsfest, bis zu jenem Tag, an dem das Heil in das Geschehen der Menschheit eintritt. Die anschaulichen Worte des Propheten wollen uns gleichsam mit Händen greifen lassen, was durch das Eingreifen Gottes – wir können hinzufügen: durch die Geburt Jesu – geschehen wird. „Dann verwandelt sich der Libanon in einen Garten und der Garten wird zu einem Wald”, sagt der Prophet. Auch die Schöpfung wird also von der Veränderung des Herzens der Menschen profitieren. Die Menschen werden auf der Erde leben, ohne sie zu entstellen, ohne sie für die eigenen egozentrischen Interessen zu missbrauchen. Der Prophet erklärt, dass das Volk gegenüber dem Wort Gottes nicht mehr taub ist und die Augen schließlich für die treue Liebe Gottes ihm gegenüber öffnet. Es ist das Volk der Demütigen, das den Herrn als seine einzige Führung anerkennt. So tat es Abraham, betont der Prophet. Das Volk der Armen freut sich darüber, die Nähe des Heiligen von Israel zu verspüren. Ja, das Volk der Demütigen – die Gläubigen – und das Volk der Armen – die Schwachen – werden sich miteinander vereinen in der neuen Welt Gottes, in der der Tyrann und der Hochmütige zu Fall gekommen sein und all jene beseitigt sein werden, die Missetaten aushecken und Fallen stellen. Dies ist das neue Reich, das Gott mitten unter den Menschen aufrichten will. Deshalb „braucht sich Jakob nicht mehr zu schämen, sein Gesicht muss nicht mehr erbleichen. Wenn das Volk sieht, was meine Hände in seiner Mitte vollbringen, wird es meinen Namen heilig halten.” Die Gläubigen und mit ihnen alle Menschen werden die guten Werke des Heils und der Rettung sehen. Obwohl sie demütig und schwach sind, werden die Gläubigen nicht erröten. Mehr noch, sie werden sich freuen über die Werke, die der Herr mitten unter den Menschen vollbracht hat.


05/12/2014
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