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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch Samuel 1,24-28

Als sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit hinauf, dazu einen dreijährigen Stier, ein Efa Mehl und einen Schlauch Wein. So brachte sie ihn zum Haus des Herrn in Schilo; der Knabe aber war damals noch sehr jung.

Als sie den Stier geschlachtet hatten, brachten sie den Knaben zu Eli,

und Hanna sagte: Bitte, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr, ich bin die Frau, die damals neben dir stand, um zum Herrn zu beten.

Ich habe um diesen Knaben gebetet, und der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe.

Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern. Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein. Und sie beteten dort den Herrn an.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hannas Gebet ist erhört worden. Deswegen kehrte sie nach Hause zurück: „Elkana erkannte seine Frau Hanna; der Herr dachte an sie.“ Das Gebet hat den Herrn dazu gedrängt, seinen Blick auf diese Frau zu richten. In der Tat ist der Herr nicht taub gegenüber dem Gebet dessen, der sich ihm anvertraut. Hanna wird erhört und erhält von Gott den Sohn, um den sie gebeten hat. Sie nannte ihn Samuel, das heißt „ich habe ihn vom Herrn erbeten“. Samuel ist wirklich der Sohn des Gebetes. Hanna bewahrt ihn wie ein kostbares Geschenk. Deswegen ließ sie Elkana allein nach Shilo pilgern. Sie sagt zu ihrem Mann: „Ich werde den Knaben erst, wenn er entwöhnt ist, hinaufbringen; dann soll er vor dem Angesicht des Herrn erscheinen und für immer dort bleiben.“ Man kann nicht in der Anwesenheit Gottes bleiben, ohne wenigstens ein wenig das Geheimnis zu verstehen, ohne jene heilige Furcht zu spüren, die man vor seiner Größe haben muss. Als das Kind entwöhnt war, machte Hanna mit dem Jungen die Pilgerreise nach Shilo und ging direkt zu Eli. So wollte sie ihr Gelübde erfüllen, das sie dem Herrn versprochen hatte. Hanna ist sich der außergewöhnlichen Barmherzigkeit bewusst, die Gott ihr zuteilwerden ließ und vergisst die erhaltenen Wohltaten nicht. Sie behält diesen Sohn nicht für sich, wie sie es versprochen hatte, und übergibt ihn in die Hände des Herrn. Sie hatte die Macht Jahwes erfahren und war sicher, dass der Sohn in stärkeren und sichereren Händen als den ihren war. Sie erwiderte die Treue Gottes zu ihr („der Herr dachte an sie“) mit ihrer Treue zu ihm („der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe“). Diese Frau steht vor Israel und auch vor uns als Beispiel für eine Gläubige. In ihr zeigt sich die Bedeutung des Bundes, den Jahwe mit Israel geschlossen hat. Sie und auch wir heute mit ihm wissen, dass das neue Leben Israels aus der Macht Gottes entsteht, eine unerklärliche und unwiderstehliche Macht, jedoch stark und konkret. Das Überraschende ist, dass diese Macht ausgelöst und hervorgerufen wurde vom beharrlichen Gebet der demütigen Hanna. Sie hatte keine besonderen Fähigkeiten und auch keine besonderen Ansprüche. Sie war beharrlich im Gebet, empfing den Segen Gottes und stellte die Frucht ihres Schoßes in den Dienst des Herrn.


22/12/2014
Gedenken an die Armen


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