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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Danksagung an den Herrn für das vergangene Jahr.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Verherrlicht ist Gott in der Höhe
und auf Erden ist Frieden bei den Menschen seiner Gnade.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief des Johannes 2,18-22

Meine Kinder, es ist die letzte Stunde. Ihr habt gehört, daß der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichriste gekommen. Daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist.

Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, daß sie alle nicht zu uns gehörten.

Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wißt es.

Ich schreibe euch nicht, daß ihr die Wahrheit nicht wißt, sondern ich schreibe euch, daß ihr sie wißt und daß keine Lüge von der Wahrheit stammt.

Wer ist der Lügner - wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist: wer den Vater und den Sohn leugnet.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Halleluja, Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja, Halleluja

Halleluja, halleluja, halleluja.

Am Ende dieses Jahres haben wir diesen Abschnitt des ersten Johannesbriefes gehört, der damit beginnt, dass er sagt „es ist die letzte Stunde“. Die pastorale Tradition der Kirche lässt uns mit dem alten Lied des Tedeums die Danksagung an den Herrn singen für die Tage, die er uns gegeben hat. Wir wissen wohl, dass das Begehen des heutigen Tages ein allgemeiner Brauch ist. Doch es ist gut, daran zu erinnern, dass die Zeit keine vage Dimension ist und dass unsere Tage nicht ewig dauern. Die Tage und die Jahre gehen vorüber, und wir werden aufgefordert, sie in der Gegenwart Gottes zu leben. Die Geschichte ist keine leere Hülle: Sie ist der Ort, an dem unsere Rettung geschieht; der Ort, wo der harte Kampf zwischen Gut und Böse stattfindet, zwischen der Freiheit der Liebe und der Sklaverei der Sünde. Johannes betont diesen Kampf, indem er an die Anwesenheit der falschen Propheten erinnert, die er mit dem Antichrist gleichsetzt. Es ist die letzte Stunde, die Zeit des endgültigen Kampfes. Mehrere Male in den Evangelien warnt Jesus die Jünger vor „dem Ende der Zeiten“, der letzten Stunde. Markus sagt: „Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten und sie werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten irrezuführen“ (Mk 13,22). Auch in den Briefen von Paulus, Petrus und Judas erscheint diese Warnung. Wenn Johannes sagt „es ist die letzte Stunde“, dann hat er nicht die Absicht zu sagen, dass die Geschichte zu Ende geht, sondern, dass die Zeit der Entscheidung gekommen ist, der endgültigen Wahl, die jeder vor Jesus und für sein Evangelium treffen muss. Dies ist für jede christliche Generation wahr, ja für jeden Gläubigen. Alle werden wir im Laufe unseres Lebens von den Feinden des Evangeliums auf die Probe gestellt. Es ist notwendig, mit Jesus standhaft zu bleiben. Es ist nicht möglich, die Entscheidung auf einen anderen Moment zu verschieben, auch weil wir nicht wissen, ob es andere Momente geben wird. Johannes merkt traurig an, dass die Propheten keine Fremden sind, „sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns“. Sie haben nicht „die Salbung von dem, der heilig ist“, das heißt, sie haben nicht den Geist Jesu, der in die Herzen der Jünger ausgegossen ist. Es genügt daher nicht, nur physisch in der Gemeinde anwesend zu sein; es ist nötig, den Geist zu leben, der sie belebt, und innerlich einbezogen zu sein. Dies geschieht, wenn man das Wissen und die Weisheit des Evangeliums hat. Der Apostel ermahnt, unerschütterlich im Evangelium zu bleiben. Wenn wir das Evangelium befolgen, lässt uns dies in der Kommunion mit dem Vater bleiben. Während dieses Jahr zu Ende geht und ein neues beginnt, lädt uns die Kirche ein, dem Herrn für die vergangene Zeit zu danken und dem kommenden Jahr zu begegnen, indem wir uns von seinem Wort führen lassen.


31/12/2014
Te Deum


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