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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Verherrlicht ist Gott in der Höhe
und auf Erden ist Frieden bei den Menschen seiner Gnade.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief des Johannes 3,22-24; 4,1-6

alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was ihm gefällt.

Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht.

Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott in ihm. Und daß er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns gegeben hat.

Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen.

Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott.

Und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichrists, über den ihr gehört habt, daß er kommt. Jetzt ist er schon in der Welt.

Ihr aber, meine Kinder, seid aus Gott und habt sie besiegt; denn Er, der in euch ist, ist größer als jener, der in der Welt ist.

Sie sind aus der Welt; deshalb sprechen sie, wie die Welt spricht, und die Welt hört auf sie.

Wir aber sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Halleluja, Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja, Halleluja
Halleluja, Halleluja, Halleluja

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel möchte das Bewusstsein der Gläubigen weiterhin dafür stärken, dass ihr Heil in der Kommunion mit Gott liegt, zu der man durch die Kommunion mit den Schwestern und Brüdern gelangt. Dieses Prinzip steht im radikalen Widerspruch zum Instinkt der Konzentration auf sich und der Sorge um die eigenen Dinge. Der Apostel fordert auf, den Blick zu Gott zu erheben und auf ihn zu vertrauen in der Überzeugung, dass wir all das empfangen werden, worum wir bitten. Diesen Glauben hatte auch Jesus. Daher fasst Johannes das Leben des Gläubigen folgendermaßen zusammen: Vertrauen auf Jesus, Gemeinschaft mit ihm durch den empfangenen Geist und gegenseitige Liebe, wie es Jesus selbst gelehrt hat. Von diesem Weg dürfen wir nicht abweichen, indem wir uns durch falsche Propheten verführen lassen. Der Glaube an Jesus von Nazaret ist kennzeichnend für den christlichen Glauben: „Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott.“ Mit dem Wort „Fleisch“ bezieht sich der Apostel auf die „Schwäche“, die dem menschlichen Dasein zu eigen ist, und die Jesus auf sich genommen hat, um es zu erlösen. Die Liebe Gottes ist wahrhaft derart groß, dass er die Schwäche aller angenommen hat. Die Entscheidung für die Schwäche des Fleisches musste für die gnostische Mentalität der damaligen Zeit überaus anstößig erscheinen, da diese das menschliche Dasein als negativ ansah. Noch immer wird sie zum Anstoß, wenn jemand das Heil von menschlicher Stärke abhängig macht, von der Macht in dieser Welt, von Einfluss und Reichtum und nicht vom Kreuz. Das Kreuz ist die logische Folge einer Liebe, die sich bis zur größten Tiefe des menschlichen Lebens erniedrigt, um es aus dem Abgrund von Sünde und Tod zu erretten. Am Kreuz erreicht die Liebe Jesu ihren Höhepunkt und wird daher zur Quelle des Lebens und des Heils. Wenn die Christen es annehmen, lernen sie zu lieben, wie Jesus geliebt hat. Auf diese Weise besiegen sie die Macht des Bösen, das die Menschen zu Sklaven der Sünde und der Gewalt macht. Die Liebe besiegt die Welt und rettet den Menschen vor der Lüge.


07/01/2015
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