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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Hebräer 12,1-4

Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Laßt uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist,

und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.

Denkt an den, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren.

Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet,

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nachdem der Brief die lange Geschichte der Glaubenszeugen erzählt hat, wendet er sich nun direkt an die Gemeinde und ermuntert sie, sich nicht allein zu fühlen. Auch sie ist Teil der langen Glaubensgeschichte. Sie ist von der großen Zahl von Zeugen umgeben, die sie unterstützen, ermutigen und anspornen, den Weg des Glaubens und der Jüngerschaft Jesu weiterzugehen. Der Verfasser greift das Bild vom Wettkampf auf, das auch Paulus gern gebraucht, damit die Christen voll Großmut den Kampf für den Glauben weiterführen. Wie bei jedem Wettkampf muss man alle Lasten und Fesseln abwerfen und das Ziel fest in den Blick nehmen, nämlich Jesus, „den Urheber und Vollender des Glaubens“. Der Gläubige soll Christus nachahmen. In diesem Sinn bleibt er immer Jünger, das heißt, ein gläubiger Mensch, der in allen Phasen seines Lebens auf den Meister hört und ihm folgt. So versteht der Jünger, dass die Zeit drängt, er hält sich nicht auf, er zögert nicht, er schiebt nichts auf. Er weiß, dass jede Lebensphase ihre Gelegenheit bietet, die es nicht zu verpassen gilt. Deshalb läuft er mit Ausdauer. Der Brief spricht von der Freude und vom Kreuz. Das scheint eine widersprüchliche Situation zu sein. In Wahrheit kann die wahre Freude des Christen nicht anders als durch die Verletzungen von Schmerz und Leid zu gehen, sie kann nicht vermeiden, die Wunden Jesu zu berühren. Der Verfasser stellt daher klar, dass zur Nachfolge Jesu auch das Kreuz gehört und somit die Annahme dessen, was sich einem entgegenstellt und bedroht, um zur Heimat des Himmels zu gelangen. Die Gläubigen dürfen ihren Blick niemals von Jesus abwenden: „Denkt an den, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren.“ Das Evangelium wird zum Spiegel, in den der Christ jeden Tag blicken muss. Sein Anderssein als die Welt führt immer zum Widerspruch. Der Jünger ist deshalb nicht geringer als der Meister. Wir haben aber im Gegensatz zu Jesus und der unzähligen Schar der Glaubenszeugen „nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet“. In der Mühsal des Lebens und seinen Schwierigkeiten ist es leicht, aufzugeben, sich anzupassen, ein Gleichgewicht und ein wenig Wohlbefinden zu suchen und dabei zu vergessen, dass die Freude mehr vom Geben als vom Nehmen kommt. Die Märtyrer und die Glaubenszeugen, an die Johannes Paul II im großen Jubiläumsjahr 2000 erinnert hat, bleiben für uns alle das Zeichen des Geschenks eines christlichen Lebens, das Vorbild von Frauen und Männern, die die Freude des Evangeliums auch in Drangsal und Leid gelebt haben.


03/02/2015
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