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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Ezechiel 18,21-28

Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben.

Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben.

Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen - Spruch Gottes, des Herrn - und nicht vielmehr daran, daß er seine bösen Wege verläßt und so am Leben bleibt?

Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er Unrecht tut und all die Greueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muß er sterben.

Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig.

Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und Unrecht tut, muß er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.

Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren.

Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Prophet Ezechiel antwortet auf ein Sprichwort, das wir zu Beginn des Kapitels finden und das besagt: „Die Väter essen saure Trauben und den Söhnen werden die Zähne stumpf“. Er antwortet auch auf dieFrage in Vers 19: „Warum trägt der Sohn nicht mit an der Schuld seines Vaters?“ Diese Denkweise ist auch heute sehr verbreitet, wenn man eine Person nach ihrer familiären Herkunft oder nach dem Bösen, das andere begangen haben, beurteilt. Das Urteil wird oft zur Verurteilung, die die Menschen für ihr ganzes Leben zeichnet. Das Wort des Propheten besagt stattdessen mit äußerster Klarheit, dass es immer eine ganz persönliche Verantwortung angesichts des Guten und des Bösen gibt. Niemand ist gerecht oder böse, weil ein anderer Böses begangen hat, es sei denn, er hat selbst daran mitgewirkt. Der Text besagt stattdessen, dass Gott bereit ist, allen zu verzeihen, wenn sie sich bekehren, ihr Herz und ihre Verhaltensweise ändern, wenn sie davon ablassen, Böses zu tun, und sich darum bemühen, Gutes zu tun. Der Text zeigt die große Barmherzigkeit Gottes, der allen zugesteht, sich zu ändern und sich zu bekehren: „Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren. Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.“ Die Barmherzigkeit Gottes ist grenzenlos, weil der Herr immer bereit ist zu verzeihen. Aber dafür ist es unverzichtbar, dass die Menschen sich wieder besinnen, das in ihrem Herzen verborgene Böse erkennen und sich an Gott wenden im Vertrauen, von ihm erhört zu werden und Hilfe zu erhalten. Das gilt auch für den Gerechten, der sich vom Weg des Guten entfernt: „Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.“ Der Prophet hilft uns zu verstehen, dass wir alle dazu aufgerufen sind, jeden Tag über uns selbst zu wachen, weil wir uns jeden Tag zwischen dem Guten und dem Bösen entscheiden müssen. Niemand ist von sich aus gerecht oder gut. Niemand ist von sich aus böse. Jeder von uns muss jeden Tag seine Taten und seine Entscheidungen vor Gott verantworten. Gott ist immer bereit zu verzeihen, aber er verlangt von jedem, die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen. Wenn es um gut oder böse geht, hat auch der, der sich sicher ist, gerecht und gut zu sein, keine Garantie auf das Leben und das Gute.


27/02/2015
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