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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Daniel 3,25.34-43

Asarja blieb stehen, öffnete den Mund und sprach mitten im Feuer folgendes Gebet:

Um deines Namens willen verwirf uns nicht für immer; löse deinen Bund nicht auf!

Versag uns nicht dein Erbarmen, deinem Freund Abraham zuliebe, deinem Knecht Isaak und Israel, deinem Heiligen,

denen du Nachkommen verheißen hast so zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres.

Ach, Herr, wir sind geringer geworden als alle Völker. In aller Welt sind wir heute wegen unserer Sünden erniedrigt.

Wir haben in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen, der uns anführt, weder Brandopfer noch Schlachtopfer, weder Speiseopfer noch Räucherwerk, noch einen Ort, um dir die Erstlingsgaben darzubringen und um Erbarmen zu finden bei dir.

Du aber nimm uns an! Wir kommen mit zerknirschtem Herzen und demütigem Sinn.

Wie Brandopfer von Widdern und Stieren, wie Tausende fetter Lämmer, so gelte heute unser Opfer vor dir und verschaffe uns bei dir Sühne. Denn wer dir vertraut, wird nicht beschämt.

Wir folgen dir jetzt von ganzem Herzen, fürchten dich und suchen dein Angesicht.

Überlaß uns nicht der Schande, sondern handle an uns nach deiner Milde, nach deinem überreichen Erbarmen!

Errette uns, deinen wunderbaren Taten entsprechend; verschaff deinem Namen Ruhm, Herr!

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Abschnitt, den wir gehört haben, enthält das Gebet des Asarja, das er sprach, während er „mitten im Feuer“ war. Er bittet den Herrn, um seines Erbarmens willen einzugreifen. Er weiß um die tragischen Folgen des Abfalls Israels von Gott: „Wir sind geringer geworden als alle Völker. In aller Welt sind wir heute wegen unserer Sünden erniedrigt. Wir haben in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen, der uns anführt, weder Brandopfer noch Schlachtopfer, weder Speiseopfer noch Räucherwerk noch einen Ort, um dir die Erstlingsgaben darzubringen.“ Das sind die Folgen, die die Gläubigen ereilen, wenn sie Gott verlassen, wenn die Prophetie aufhört, wenn die Visionen verlöschen, wenn man verweltlicht und der Logik des Profits und des individuellen Interesses folgt. Dann folgt wirklich jeder nur noch sich selbst nach, und jede Form von Solidarität zerbröselt. Ausgerechnet in diesem tragischen Augenblick der Geschichte des Volkes stoßen wir auf das Gebet des Gerechten. Es bleibt das Gebet des Kleinen mit der Fürbitte für alle und das gesamte Volk. In diesem Gebet ist jede Ichbezogenheit auch in religiöser Hinsicht überwunden. Denn Asarja betet nicht für sich, sondern für das Volk. Diese Bedeutung hat das Friedensgebet, das Gebet um Heilung und um das Heil aller. Der Gläubige weiß, dass er nicht ins Leere hinein betet, dass seine Worte sich nicht in einem leeren Himmel verlieren. Seine Worte werden von einem treuen Gott erhört. In der Gewissheit, erhört zu werden, vertraut Asarja nämlich nicht vorwiegend auf seine eigenen Worte, sondern auf die Treue Gottes: „Um deines Namens willen, verwirf uns nicht für immer; löse deinen Bund nicht auf! Versag uns nicht dein Erbarmen“ (V. 34). Dieses Gebet entsteht mitten im Feuer. Im Herzen des Asarja brennt das Feuer der Liebe, und so wagt er es, sein Gebet als Brandopfer zum Himmel zu senden: „So gelte heute unser Opfer vor dir und verschaffe uns bei dir Sühne“ (V.40). Uns steht Asarja als Vorbild eines Gläubigen vor Augen, der unaufhörlich beim Herrn Fürbitte für die Brüder und Schwestern, für das ganze Volk Gottes und für alle Völker einlegt.


10/03/2015
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