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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Hosea 6,1-6

Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat (Wunden) gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird auch verbinden.

Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf, und wir leben vor seinem Angesicht.

Laßt uns streben nach Erkenntnis, nach der Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot; er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.

Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich tun mit dir, Juda? Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht.

Darum schlage ich drein durch die Propheten, ich töte sie durch die Worte meines Mundes. Dann leuchtet mein Recht auf wie das Licht.

Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern haben wir den Aufruf des Propheten an Israel gehört, zum Herrn umzukehren. Heute hören wir vom Entschluss Israels, diesen Weg der Umkehr einzuschlagen: „Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat (Wunden) gerissen, er wird uns auch heilen.“ Der Weg der Umkehr und Rückkehr zum Herrn geht nicht von uns aus, er ist nicht Ausdruck unseres Wunsches nach persönlicher Vollkommenheit. Schon im Entschluss zur Umkehr ist das Bewusstsein enthalten, dass der Herr unser Retter ist, dass er uns heilt und unterstützt. Sein Gericht ist ein Gericht der Vergebung, nicht der Verurteilung. Diese Gewissheit begleitet den, der seine Sünde bereut. Der Prophet scheint dann darauf hinzuweisen, dass es notwendig ist, sich an eine bestimmte Wegstrecke zu halten. Denn Vergebung und auch die Heilung sind kein Automatismus, sie erfordern eine Entwicklung, einen Weg, der aus Einsicht, Prüfung, Entschlüssen und dem Aufgeben von Gewohnheiten besteht. In gewisser Weise ist dieser Weg der Weg der Fastenzeit. Der Text spricht von zwei Tagen des Wartens, am dritten Tag kann man sich wieder erheben und einen neuen Weg einschlagen. In der geistlichen Tradition der Kirche können wir zahlreiche Hinweise finden, die in die gleiche Richtung deuten. Denn die Umkehr ist keine augenblickliche Tatsache, sondern eben ein Weg, der sich im Verlauf der Tage entfaltet. Aber es ist gut, das Bedürfnis nach Veränderung und nach einem Wandel auf den Wegen des Herrn zu spüren. Der Prophet sagt: „Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot; er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.“ Wir dürfen demnach nicht zögern, dürfen keine Zeit verlieren und das Handeln auch nicht aufschieben. Dies ist die günstige Zeit. Denn auch das Morgenrot verzögert sich nicht, und der Frühling kann nicht warten. Eile bei der Veränderung des Herzens ist geboten, denn das Evangelium muss verkündet werden, die Armen warten, die Welt braucht ein Wort der Hoffnung. Dazu muss man nicht vollkommen sein, sondern missionarisch werden und das Bedürfnis nach Veränderung der eigenen Person und der Welt spüren. In diesem Sinn hat die persönliche Umkehr unausweichlich eine gemeinschaftliche und soziale Dimension. Umkehr geschieht nicht, um sich selbst das Heil zu sichern. Wir bekehren uns zum Herrn, um mit ihm auf den Wegen der Welt unterwegs zu sein, das Evangelium zu verkünden und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Diesen Wunsch hat der Herr. Er unternimmt alles, damit wir ihn verstehen. Daher stellt der Herr die Frage: „Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich mit dir, Juda?“


14/03/2015
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