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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Gedenken an Martin Luther King, der am 4. April 1968 in Memphis ermordet wurde. Mit ihm gedenken wir aller, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten. Die Juden feiern den Beginn der Zeit des Paschafestes (Pesach).


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Evangelium nach Lukas 23,50-56

Damals gehörte zu den Mitgliedern des Hohen Rates ein Mann namens Josef, der aus der jüdischen Stadt Arimathäa stammte. Er wartete auf das Reich Gottes und hatte dem, was die anderen beschlossen und taten, nicht zugestimmt, weil er gut und gerecht war.

Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.

Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war.

Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach.

Die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam in das Grab gelegt wurde.

Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.


Ein guter und gerechter Mensch hatte sich der Entscheidung, Jesus zu töten, nicht angeschlossen. Am Morgen war er zur Versammlung gerufen worden, in der Jesus verurteilt werden sollte. Der Evangelist weist darauf hin, dass sich Josef aus Arimathäa bei der Abstimmung über das vom Hohen Rat erlassene Todesurteil enthielt. Ein weiterer Josef tritt so am Ende in das Leben Jesu ein. Der erste hat ihn vor Herodes gerettet, der zweite nimmt ihn vom Kreuz, hüllt ihn in ein Leinentuch und legt ihn in ein neues Grab. Ihm schließen sich auch die Frauen an, die Jesus gefolgt waren. Vor dem Grab, dem Leid dieser Welt und dem Tod, vor dem Schlaf der Jünger und den Schmerzen bleibt nur der Glaube an die Worte Jesu, der ganz dem Vater vertraut. Lukas schreibt: „Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach“. Vielleicht leuchtete hier nicht nur ein neuer Tag in einer erwachenden Stadt auf, sondern eine neue Stunde, ein neuer Tag für jeden Menschen und die ganze Welt. Wer sich im Angesicht von so viel Leid der Entscheidung nicht anschließt, Menschen zu töten und zu unterdrücken, der ist nicht nurmehr zum Weinen bestimmt, sondern zum Glauben berufen, zum Beten, zum Hoffen auf eine andere Zeit, der soll seine Habe hergeben, und sei es auch nur ein Leinentuch des Erbarmens oder ein Grab für das Begräbnis. Auf der Grundlage der Schriftstellen über den Abstieg Jesu in die Unterwelt wird nach der Tradition der Kirche an diesem Tag daran erinnert, dass Jesus in die Unterwelt, in den Aufenthaltsort der Toten, hinabstieg, um sie angefangen bei Adam und Eva mit sich zunehmen und ins Paradies zu führen. Das zeigt die in der orthodoxen Tradition verehrte Osterikone. Im Hinabsteigen Jesu in die Unterwelt, in die Unterwelt dieser Welt, nimmt die Auferstehung ihren Anfang. Noch heute steigt Jesus gleichsam in die „Unterwelten“ unserer Zeit hinab, um alle vom Bösen Gequälten und Niedergeschlagenen den Händen des Todes zu entreißen. Der Auferstandene will auch sie mit sich in den Himmel führen. Ihnen und vielen anderen sagt Jesus weiterhin: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“.


04/04/2015
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