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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Die armenische Kirche gedenkt heute der während des Ersten Weltkriegs erlittenen Massaker, bei denen über eine Million Armenier getötet wurden.
In diesem Jahr wird der hundertste Jahrestag des Massakers an den Armeniern und anderen Christen begangen.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 6,52-59

Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?

Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.

Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.

Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.

Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.

Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich ißt, durch mich leben.

Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.

Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt des Evangeliums leitet den zweiten Teil der Rede Jesu über das Brot des Lebens in der Synagoge von Kafarnaum ein. Als die Worte deutlicher werden und von den Zuhörern Zustimmung zum Geheimnis des Lebens Jesu einfordern, unterbrechen sie ihn und murren gegen ihn. Sie wollen nicht akzeptieren, dass dieser junge Mann aus Nazaret vom Himmel gekommen und ein Gesandter Gottes sein soll: „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“ Sie reden so, weil sie nicht die Demut besitzen, jemanden um Hilfe für ihr Leben zu bitten, der angeblich auf einer Stufe mit ihnen steht. Sie wollen sich nicht erniedrigen und ihren Hunger bekennen, sie wollen nicht ihre Hand ausstrecken, wie das die hilfsbedürftigen Armen und Bettler tun. Kurzum, sie wollen nicht von Jesus abhängig sein. Sie fühlen sich satt durch das Leben, das sie führen, obwohl das nicht wahr ist. Für sie scheint es besser, im Offensichtlichen und im traurigen Alltag zu verharren, als in einen größeren Plan miteinbezogen zu sein, der sie auffordert, ihre geizige Ruhe hinter sich zu lassen. Wer sich in seinem Leben satt fühlt, bittet nicht. Wer nur mit sich selbst beschäftigt ist, wird nicht demütig. Doch in Wahrheit haben wir Hunger nach Glück und Liebe, obwohl wir satt sind und viele Dinge, Speisen und Worte besitzen. Wir sollten ein wenig mehr auf die Armen schauen, die beharrlich bitten, und sie nachahmen. In einer satten und konsumistischen Gesellschaft, die aber zugleich traurig und kurzsichtig ist, können sie zu Lehrmeistern für ein neues Leben werden. Sie zeigen ganz offen, was wir im Verborgenen sind, nämlich Bettler um Liebe und Aufmerksamkeit. Die Armen haben nicht nur Hunger nach Brot, sondern auch nach Liebe, so wie wir. Jesus sagt auch zu uns: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.“ Um das Leben zu haben, reichen Wille und Verstand nicht aus, man muss auch essen und die Nahrung des Evangeliums und der Liebe der Schwestern und Brüder zu sich nehmen. Wir müssen zu Bettlern nach einem Brot werden, das die Welt offensichtlich nicht herstellen und auch nicht geben kann. Unentgeltlich wird uns der Tisch der Eucharistie angeboten, alle können daran Platz nehmen. Wenn wir das tun, wird immer der Himmel auf Erden vorweggenommen. Immer wenn wir daran teilnehmen, nehmen wir auf Erden den Himmel vorweg. Am Altar finden wir das, was heute und in Ewigkeit unseren Hunger stillt und unseren Durst löscht. Durch diese Speise lernen wir, was das ewige Leben ist, für das es sich zu leben lohnt: „So wird jeder, der mich isst, durch mich leben.“ Unser Leben wird durch die Eucharistie gestaltet, damit wir nicht mehr nur für uns leben, sondern für den Herrn und die Brüder und Schwestern. Das Glück und das ewige Leben hängen von unserer Fähigkeit ab, die in der Eucharistie empfangene Liebe des Evangeliums Frucht tragen zu lassen. Deshalb sagten die Väter der Antike, dass die Christen „von Sonntag zu Sonntag leben“, geprägt von der Eucharistie und von Jesus, der gekommen ist, um zu dienen und die Liebe unter den Menschen zu verbreiten.


24/04/2015
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