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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an die Hl. Katharina von Siena (1347-1380), die sich für Frieden, für die Einheit der Christen und die Armen einsetzte.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 12,44-50

Jesus aber rief aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat,

und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.

Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.

Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag.

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.

Und ich weiß, daß sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium zeigt Jesus, wie er weiter im Tempel offen über seine Sendung spricht. Auf die Stärke der Propheten hinweisend wird sein Reden sogar zum Rufen: „Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.“ Jesus tritt nicht nur als Gesandter des Vaters auf, er ist ganz eins mit ihm. Er führt uns in das innerste Herz der Botschaft des Evangeliums hinein. Als das wahre Licht ist er in die Welt gekommen, um das Geheimnis der in Gott verborgenen Liebe zu offenbaren. Endlich wurde es durch den Sohn enthüllt: „Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.“ Jesus erklärt uns als der Exeget Gottes die Liebe des Vaters. Der Schöpfer des Himmels und der Erde möchte das Heil aller Menschen, die seine Kinder sind. Wer auf die Worte des Sohnes hört, wird gerettet, während verdammt wird, wer nicht auf sie hört oder sie ablehnt. Es geht darum, das Wort des Evangeliums zu hören und zu bewahren, es somit anzunehmen und danach zu handeln, wie Jesus am Ende der Bergpredigt sagt. Jesus spricht, um zu retten und nicht um zu richten. Er verachtet weder den glimmenden Docht, der in Gefahr ist, durch ein leises Pusten zu verlöschen, noch das geknickte Rohr, das von einem Augenblick zum anderen zerbrechen kann. Die wahre Verdammung geschieht nicht durch das Wort Gottes, sondern wenn wir nicht daran glauben. Wir glauben nicht, dass es die Herzen verändern kann, dass es neue Gefühle und Taten hervorbringen kann. „Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag.“ Das ist weniger eine Verdammung als vielmehr eine Feststellung. Denn, wenn wir das Wort Gottes nicht annehmen und es nicht zu unserem Leben machen, wie kann es uns dann führen, heilen und glücklich machen? Dann sind wir dazu verdammt, nur uns selbst zu hören und in unserem engen Horizont gefangen zu bleiben. Wenn wir jedoch auf das Evangelium Christi hören, werden wir in das wahre Geheimnis Gottes eingeführt: „Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.“ Es gibt gleichsam eine Kette der Liebe: Der Vater gibt dem Sohn die Wahrheit seiner Liebe weiter, und der Sohn gibt sie seinerseits an uns weiter. Immer wenn wir das Wort Gottes hören und zur Eucharistie hinzutreten, werden wir in das Geheimnis der Kommunion mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist hineingenommen. Der Herr erniedrigt sich bis zu uns, damit wir ihm ähnlich gestaltet werden.


29/04/2015
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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