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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 15,26-27; 16,1-4

Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.

Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.

Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt.

Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.

Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.

(a) Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert. (b) Das habe ich euch nicht gleich zu Anfang gesagt; denn ich war ja bei euch.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Herr versichert den Seinen nochmals: Es ist wahr, dass sie bald getrennt sein werden, aber sie werden dadurch nicht weiter von ihm weg sein. Die Liebe, die sie verbunden hat und gemeinsam bis nach Jerusalem gehen ließ, hört nicht auf. Nach den dunklen Momenten des Leidens und des Todes wird Jesus als Auferstandener sie erneut um sich versammeln. Die Tatsache, dass er nun der Auferstandene ist, macht es Jesus möglich, immer bei seinen Jüngern zu sein, wo sie auch hingehen. Dies sagt uns, dass die Liebe, die von Jesus ausgeht, die christliche Liebe, nicht mit dem Ende der physischen Nähe aufhört. Jesus selbst bittet die Jünger nach Ostern, einander im Glauben zu bestärken, und der Welt jene Liebe zu bezeugen, die sie bisher mit Jesus vereint hat und sie weiterhin auf seinen Wegen führt. Die Liebe, die der Herr in ihre Herzen ausgießt, kommt aus der Höhe. Sie ist nicht die Frucht ihrer eigenen Bemühungen, sie ist eine besondere Gabe von Gott, es ist eine außergewöhnliche Liebe. Sie vermehrt sich, wenn man sie lebt, doch sie wird weniger und erschöpft sich, wenn sie nicht geübt wird. Er sagt ihnen: „Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.“
Der Geist der Liebe, der vom Vater kommt, wird den Jüngern durch den Sohn weitergegeben. Er bringt eine Freundschaft und Liebe hervor, die sie andauernd und stark verbindet und sogar fähig macht, die Kraft des Geistes selbst zu bezeugen. Der Herr sagt, dass das Zeugnis dieser Liebe Widerspruch und Feindschaft bei denen erregen kann, die ihn nicht kennen, sodass sogar das Leben der Jünger in Gefahr ist. Doch die Jünger sollen keine Angst haben und das Vertrauen auf den Herrn nicht verlieren. Jesus lässt die Seinen nicht wehrlos in der Gewalt der blinden und üblen Macht des Bösen zurück. Er warnt sie: „Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt.“ Der Herr überlässt seine Jünger nicht ihrem Schicksal. Dennoch gibt es eine große Verantwortung, die auf seinen Jüngern lastet. Sie sollen unserer Welt das Evangelium von der unentgeltlichen Liebe verkünden, damit sie sich vom Bösen und der Sünde abwendet und den Weg des Heils findet.


11/05/2015
Gedenken an die Armen


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