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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Bischof und Märtyrer Bonifatius, der das Evangelium in Deutschland verkündete und getötet wurde, während er die Eucharistie feierte († 754).


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Tobit 11,5-17

Hanna saß am Weg und hielt nach ihrem Sohn Ausschau.

Als sie ihn kommen sah, rief sie seinem Vater zu: Dein Sohn kommt zurück und mit ihm der Mann, der ihn begleitet hat.

Rafael aber sagte zu Tobias: Ich weiß, dein Vater wird wieder sehen können.

Streich ihm die Galle auf die Augen! Sie wird zwar brennen; aber wenn er sich die Augen reibt, wird er die weißen Flecken wegwischen und wird dich wieder sehen können.

Hanna war inzwischen herbeigeeilt, fiel ihrem Sohn um den Hals und rief: Ich habe dich wiedergesehen, mein Sohn, jetzt kann ich ruhig sterben. Und beide brachen in Tränen aus.

Auch Tobit versuchte, ihm entgegenzugehen, stolperte aber an der Tür. Da lief ihm sein Sohn entgegen

und fing ihn auf. Und er strich seinem Vater die Galle auf die Augen und sagte: Hab keine Angst, mein Vater!

Tobit rieb sich die Augen, weil sie brannten; da begannen die weißen Flecken, sich von den Augenwinkeln aus abzulösen.

Und er konnte seinen Sohn sehen, fiel ihm um den Hals und sagte unter Tränen:

Sei gepriesen, Gott, gepriesen sei dein heiliger Name in Ewigkeit. Gepriesen seien alle deine heiligen Engel. Du hast mich gezüchtigt und hast wieder Erbarmen mit mir gehabt. Denn ich darf meinen Sohn Tobias wieder sehen.

Voll Freude ging der Sohn mit seinem Vater ins Haus und erzählte ihm, was für wunderbare Dinge er in Medien erlebt hatte.

Dann ging Tobit seiner Schwiegertochter bis an das Tor von Ninive entgegen. Er war voll Freude und pries Gott, und alle, die ihn sahen, staunten, daß er wieder sehen konnte. Tobit aber bezeugte ihnen, daß Gott Erbarmen mit ihm gehabt hatte.

Als Tobit seiner Schwiegertochter begegnete, segnete er sie und sagte: Sei willkommen, meine Tochter! Gepriesen sei Gott, der dich zu uns geführt hat, und gesegnet seien dein Vater und deine Mutter.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In diesem Bericht über die Rückkehr des Tobias nach Hause ergreift der Engel Rafael als Erster die Initiative. Als sie in die Nähe von Ninive kommen, wendet sich Rafael, dessen Name „Gott heilt“ bedeutet, an Tobias und erklärt ihm, was dieser tun soll, wenn er seinem Vater begegnet. Tobias gehorcht: Sobald er seinen Vater sieht, umarmt er ihn. Das geschieht an derselben Stelle vor der Tür, an der Tobit sein Augenlicht verloren hat. Wie Jakob beim Wiedersehen mit seinem Sohn Josef (Gen 46,30), so fällt er seinem Sohn um den Hals und ruft: „Ich darf meinen Sohn ... wieder sehen“. Tobias streicht seinem Vater die Galle des Fisches auf die Augen, woraufhin Tobit wieder sehen kann. Das gesamte Geschehen hat seinen Ursprung in den Worten des Engels. Tobias weiß inzwischen, dass die Worte des Engels wirksam sind, wenn er auf sie hört und danach handelt. Denn das Wort muss in unserem Leben immer wieder neu an erster Stelle stehen, damit der Plan Gottes sich verwirklicht, der unser Heil ist. Als Tobit wieder sehen kann, wendet er sich an Gott, um ihn zu preisen und ihm dafür zu danken, dass er ihm voll Erbarmen und nicht strafend begegnet ist. In wenigen Versen wird achtmal das Verb „preisen“ verwendet. Angesichts der Freude des Vaters kann Tobias seine Dankbarkeit nicht zurückhalten: „Voll Freude ging der Sohn mit seinem Vater ins Haus und erzählte ihm, was für wunderbare Dinge er in Medien erlebt hatte.“ Auch viele Bewohner Ninives freuen sich angesichts dieser Ereignisse. Tobit „bezeugte ihnen, dass Gott Erbarmen mit ihm gehabt hatte“. Die Freude des Vaters, mit der er seine Schwiegertochter vor den Toren Ninives in Empfang nimmt, wirkt ansteckend. Die gesamte jüdische Gemeinde Ninives feiert den Einzug Saras, während Tobit sie segnet und noch einmal das Handeln Gottes in Erinnerung ruft. Das anschließende Fest gleicht einem erneuten Hochzeitsfest. Anscheinend ist nun jedoch nicht Tobias die Hauptperson, sondern sein alter Vater Tobit, der in seinen letzten Lebensjahren in außergewöhnlicher Weise den Segen des Herrn erfahren hat. Seine überschwängliche Freude überträgt sich nicht nur auf die ganze Gemeinde, sondern lässt auch die Mauern des Misstrauens fallen, die Nadab und Achikar aufgebaut hatten: Sie kommen beide, um Tobit zu gratulieren und sich zu versöhnen. Die Freude des Gläubigen ist ansteckend und verändert die Welt.


05/06/2015
Gedenken an den gekreuzigten Jesus


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