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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief an die Korinther 3,4-11

Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott.

Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott.

Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.

Wenn aber schon der Dienst, der zum Tod führt und dessen Buchstaben in Stein gemeißelt waren, so herrlich war, daß die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten, weil es eine Herrlichkeit ausstrahlte, die doch vergänglich war,

wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel herrlicher sein?

Wenn schon der Dienst, der zur Verurteilung führt, herrlich war, so wird der Dienst, der zur Gerechtigkeit führt, noch viel herrlicher sein.

Eigentlich kann von Herrlichkeit in jenem Fall gar nicht die Rede sein, wo das Verherrlichte vor der größeren Herrlichkeit verblaßt.

Wenn nämlich schon das Vergängliche in Herrlichkeit erschien: die Herrlichkeit des Bleibenden wird es überstrahlen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wie niemals zuvor ist Paulus in diesem Brief gezwungen, über sich selbst zu sprechen. Er will sich dabei nicht in den Mittelpunkt stellen, sondern die Gemeinde von Korinth weiter auf den Weg des Evangeliums führen. Er erklärt: „Alle Menschen können es lesen und verstehen“. Das Leben der Gemeinde ist die eindeutigste und kraftvollste Verkündigung des Evangeliums. Darum kann Gregor der Große schreiben: „Die Schrift wächst mit dem, der sie liest.“ Die wahre Schrift, der „Brief Christi“, ist die lebendige Gemeinde. In ihr kommt die Kraft des Wortes zum Ausdruck, das der Geist durch die Predigt des Apostels in die Herzen der Zuhörer eingeschrieben hat. Die Verbindung zwischen der Verkündigung und dem Herzen der Zuhörer wird nicht durch die Fähigkeiten des Verkünders hergestellt, sondern wird durch die Gegenwart des Geistes in seinem Herzen gewirkt. Paulus hat das schon im ersten Brief an die Gemeinde geschrieben: „Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch. Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden“ (1 Kor 2,3-4). In den Worten des Apostels zeigt sich die leidenschaftliche Liebe, mit der er das Wort Gottes weitergegeben hat, damit es die Herzen erreicht. Dafür hat er sich abgemüht und die Jahre seines Lebens eingesetzt. Er beansprucht die Vaterschaft über die Gemeinde, damit sie sich nicht vom Fundament des Evangeliums ablenken lässt. Der Abschnitt endet mit einer Auslegung der Offenbarung Gottes an Mose auf dem Sinai. Paulus vergleicht die Offenbarung des Gesetzes auf Steintafeln mit der Offenbarung des Evangeliums. Die Offenbarung des Evangeliums geschieht durch den Geist und geht viel tiefer als die frühere, denn sie ist nicht auf Steintafeln, sondern ins Herz geschrieben. Paulus fügt hinzu: „Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“ Der Geist Jesu deckt eine rein rituelle Religiosität auf und zeigt, dass die Liebe das ewige Wesen des Evangeliums ist.


10/06/2015
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