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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den Propheten Jesaja. Gedenken an Patriarch Athenagoras von Konstantinopel (1886–1972), einen der Väter des ökumenischen Dialogs.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Genesis 32,22-32

Die Herde, die er schenken wollte, zog ihm also voraus, er aber brachte jene Nacht im Lager zu.

In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des Jabbok.

Er nahm sie und ließ sie den Fluß überqueren. Dann schaffte er alles hinüber, was ihm sonst noch gehörte.

Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg.

Als der Mann sah, daß er ihm nicht beikommen konnte, schlug er ihn aufs Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm rang.

Der Mann sagte: Laß mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen. Jakob aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.

Jener fragte: Wie heißt du? Jakob, antwortete er.

Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen.

Nun fragte Jakob: Nenne mir doch deinen Namen! Jener entgegnete: Was fragst du mich nach meinem Namen? Dann segnete er ihn dort.

Jakob gab dem Ort den Namen Penuël (Gottesgesicht) und sagte: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und bin doch mit dem Leben davongekommen.

Die Sonne schien bereits auf ihn, als er durch Penuël zog; er hinkte an seiner Hüfte.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jakob befindet sich in einer schwierigen Lage. Er kehrt in das verheißene Land zurück, doch er hat Angst vor der Begegnung mit seinem Bruder Esau, denn sie hatten sich feindselig voneinander getrennt. Er möchte jedoch wieder eine friedliche Beziehung zu Esau aufbauen. In der Unsicherheit der Einsamkeit beginnt eine geheimnisvolle Person einen Kampf mit ihm. Der Text sagt nicht sofort, wer diese Person ist, er möchte uns gleichsam helfen, sie zusammen mit Jakob zu entdecken. Denn Jakob scheint auf seiner Reise die Begleitung Gottes vergessen zu haben. Doch der Herr hat ihn nicht vergessen und zwingt den Gläubigen, einen Kampf mit ihm aufzunehmen, damit er seine Gegenwart wieder neu entdeckt. In gewisser Weise ist das Leben des Gläubigen immer ein Kampf um Leben und Tod, ein Kampf gegen Stolz, Selbstzufriedenheit und Vergesslichkeit. Gott selbst kämpft gegen unseren Egoismus. Auch der Gläubige soll kämpfen; er weiß nicht, gegen wen er kämpft, aber es geht darum, den Segen zu erringen, diesmal nicht mit List, sondern unter Einsatz seiner ganzen Person. Gott ändert seinen Namen in Israel, weil er gekämpft hat. Oft ist der Glauben ein Kampf im Dunkeln, doch er bereitet immer die Begegnung mit Gott, die endlich persönlich sein wird, eine Begegnung von Angesicht zu Angesicht. Und Gott hinterlässt das Zeichen, das ein Zeichen der Veränderung ist, wie auch der Name und die Geschichte Jakobs geändert wurden, der von nun an Israel war. Bei Gott zu sein bedeutet auch, gegen sich selbst und gegen das Böse zu kämpfen, das die Welt geknechtet hält. Doch der Herr bekleidet uns mit der Kraft seiner Liebe.


07/07/2015
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