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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an die Thessalonicher 2,9-13

Ihr erinnert euch, Brüder, wie wir uns gemüht und geplagt haben. Bei Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen, und haben euch so das Evangelium Gottes verkündet.

Ihr seid Zeugen, und auch Gott ist Zeuge, wie gottgefällig, gerecht und untadelig wir uns euch, den Gläubigen, gegenüber verhalten haben.

Ihr wißt auch, daß wir, wie ein Vater seine Kinder, jeden einzelnen von euch

ermahnt, ermutigt und beschworen haben zu leben, wie es Gottes würdig ist, der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft.

Darum danken wir Gott unablässig dafür, daß ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern - was es in Wahrheit ist - als Gottes Wort angenommen habt; und jetzt ist es in euch, den Gläubigen, wirksam.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel setzt in diesem Abschnitt seine Rechtfertigung fort. Während er in den vorangegangenen Versen erklärt hatte, was er nicht getan hat (1 Thess 2,1?8), will er nun das Gute hervorheben, das er vollbracht hat. Es war eine Zeit des Aufbaus und der geduldigen, auch nächtlichen, pastoralen Arbeit. Er hat sich für eine untadelige Lebensweise im Einklang mit dem Wort entschieden, das er verkündigte: „Ihr seid Zeugen …, wie gottgefällig, gerecht und untadelig wir uns euch, den Gläubigen, gegenüber verhalten haben.“ Der Apostel weiß genau, dass das Evangelium von Gott und ganz sicher nicht von ihm selbst oder von irgendeinem anderen Menschen stammt, aber ihm ist auch bewusst, dass die Verkündigung umso wirkungsvoller sein wird, je mehr sein Leben seinen Worten entspricht. Das Evangelium ist nämlich keine Lehre, die gelernt und vermittelt werden muss, sondern ein starkes und wirksames Wort, das das Herz und das Leben dessen, der es verkündigt, und folglich auch dessen, der es hört, verwandelt. Der Apostel hat sich ihnen gegenüber nicht wie der Überbringer eines neuen Wissens oder wie der Vertreter einer neuen Lehre verhalten. Er hat sich ihnen gegenüber wie ein Vater verhalten, der sich mit all seinen Kräften dafür einsetzt, dem Glauben neue Kinder zu gebären. Daran erinnert er die Thessalonicher: „dass wir, wie ein Vater seine Kinder, jeden Einzelnen von euch ermahnt, ermutigt und beschworen haben zu leben, wie es Gottes würdig ist, der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft.“ Der Apostel versteht es, mit diesen Worten das Herz der Thessalonicher zu berühren und ihnen zu helfen, damit sie weiterhin auf das Evangelium hören und als Brüder und Schwestern leben. Deshalb dankt er Gott „dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern ? was es in Wahrheit ist ? als Gottes Wort angenommen habt“. Das ist gleichsam der Trost des Seelsorgers: dass er die Früchte seiner Verkündigung reifen sieht. Das Herzstück der christlichen Erfahrung – und das weiß der Apostel genau – liegt in dem Glauben, dass das Wort Gottes „in euch, den Gläubigen, wirksam“ ist (V.13).


26/08/2015
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