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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Kolosser 3,12-17

Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!

Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.

In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!

Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade.

Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Jünger, der ein neuer Mensch geworden ist, lebt bereits im Reich, das vom Auferstandenen errichtet wurde. Aber man sollte sich nicht der Illusion hingeben, sicher vor den Einflüssen der Sünde zu sein, die vor den Toren des Herzens lauern, wie im Buch Genesis zu lesen ist. Wenn der Jünger ein neuer Mensch geworden ist, dann erfordert das auch entsprechende Verhaltensweisen. Deshalb erinnert Paulus die Kolosser daran, wie wichtig es ist, das zu töten, was irdisch ist, das heißt, die Instinkte zu löschen, die einen dazu antreiben, sich nur für die eigene Zufriedenheit einzusetzen. Paulus zählt einige dieser Verhaltensweisen auf, ausgehend von der Unzucht bis hin zur Habsucht, die er als Götzendienst bezeichnet. Der unstillbare Durst nach Besitz raubt den Menschen jegliche Energie, sodass er sein Herz an die Besitztümer verliert. Die Jüngerschaft aber erfordert den Kampf gegen die Sünde und verlangt die Anstrengung, die eigenen Instinkte zu beherrschen. Man muss wirklich einen Kampf ausfechten, um den eigenen Stolz zu bezwingen und die Liebe wachsen zu lassen. Dies ist der Weg hin zu einer wahren Kommunion in der Liebe unter den Mitgliedern der Gemeinde. Wenn man jedoch sich selbst in den Mittelpunkt stellt, dann steht man unter dem Zorn Gottes, unter seinem Urteil. Gott duldet es nicht, dass das Böse die Menschen bedroht und von ihrer Berufung abbringt. Deswegen ruft der Apostel den Kolossern ihre Vergangenheit als Heiden in Erinnerung (Kol 3,7), damit sie verstehen, welche Gnade ihnen zuteilwurde, als sie in die Schar der Jünger aufgenommen wurden. Er erinnert sie daran, dass sie jegliche schlechte Verhaltensweise ablegen sollten, wie man eben ein Kleidungsstück ablegt. Dann zählt er einige Laster auf: „Zorn, Wut und Bosheit, auch Lästerungen und Zoten“. All diese Verhaltensweisen gehen vom schlechten Reden aus und vergiften die Beziehungen innerhalb der Gemeinde. Schließlich ruft Paulus noch die Taufe in Erinnerung. Der Gläubige wird so mit Christus bekleidet (Gal 3, 27; Röm 13,14) und hat Anteil an ihm, sodass er behaupten kann: „nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,10). Diese Zugehörigkeit erfordert eine Erneuerung des Herzens, damit der Jünger Christus immer ähnlicher wird, ein Ebenbild Gottes (Kol 1,15). Beim neuen Menschen gibt es keine Trennung mehr nach Kultur, Rasse und sozialer Stellung. Paulus schreibt an die Galater diesbezüglich Folgendes: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid ‚einer’ in Christus Jesus“ (Gal 3, 27f). Die Einheit mit Christus relativiert die Unterschiede, denn das, was eint, ist viel stärker als das, was trennt.


10/09/2015
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