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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an Timotheus 6,13-16

Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist:

Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn,

das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren,

der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel spricht Timotheus mit dem Titel „Mann Gottes“ an, als einen Jünger, der nicht mehr sich selbst, sondern Gott gehört, in dessen Dienst er sein Leben gestellt hat. Der Christ kann nicht zwei Herren dienen. Er muss sich wie Timotheus für Gott als seinen einzigen Herrn entscheiden. Wie in einem Wettlauf muss er nach den Tugenden Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut streben. Das ist also das Ziel, das Timotheus erreichen soll: die Vervollkommnung des inneren Menschen durch alle menschlichen und christlichen Tugenden. Das christliche Leben wird mit einem Glaubenswettkampf verglichen. Der Siegespreis ist das ewige Leben. In seiner großen Güte hat Gott selbst, so sagt der Apostel an den Jünger gewandt, ihn, Timotheus, zu diesem Leben berufen, und er hat vor vielen Zeugen mit dem Bekenntnis des Glaubens geantwortet. Paulus bezieht sich möglicherweise auf den Tag seiner Taufe oder seiner Weihe zum Ältesten. Wie Timotheus muss jeder Christ an diesem Wettkampf teilnehmen. Wir alle sind dazu aufgerufen und sollen großzügig antworten. Der Apostel wendet sich noch einmal an Timotheus und beruft sich auf Gott, der das Leben schenkt, und auf Jesus Christus, der unter Pontius Pilatus seine Liebe bis zur Hingabe seines Lebens am Kreuz bezeugt hat. Timotheus soll der empfangenen Lehre bis zur Rückkehr Jesu Christi beim Weltgericht treu bleiben. Er versteht die Rückkehr Christi als eine Epiphanie, das heißt als die Offenbarung der Liebe in ihrer ganzen Fülle. Die erste und wichtigste Aufgabe des Christen muss darin bestehen, sich dem Evangelium gemäß zu verhalten und so den Glauben zu bewahren. Wir wissen nicht, wann das „Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn“ stattfinden wird, sondern nur Gott kennt die „vorherbestimmte Zeit“. Doch wir sind dazu aufgerufen, wachsam im Glauben und großzügig in der Liebe zu sein. Die Ermahnung des Apostels gipfelt im Lob Gottes: Er ist über alle Sterblichkeit erhaben und wohnt in unzugänglichem Licht. Mit unseren geistigen Fähigkeiten können wir Gott nicht verstehen, doch unser Gebet nähert uns ihm an und lässt uns seine Kraft spüren und seine Liebe erfahren.


19/09/2015
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