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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Wenzel, der als Märtyrer in Böhmen verehrt wird. Gedenken an William Quijano, einen jungen Mann der Gemeinschaft Sant’Egidio in El Salvador, der durch die Gewalt der Maras getötet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Sacharja 8,1-8

Es erging das Wort des Herrn der Heere:

So spricht der Herr der Heere: Mit großem Eifer trete ich ein für Zion, ich setze mich glühend ein für Jerusalem.

So spricht der Herr: Ich kehre zurück nach Zion und wohne wieder in Jerusalem. Dann wird Jerusalem «Stadt der Treue» heißen und der Berg des Herrn der Heere «Heiliger Berg».

So spricht der Herr der Heere: Greise und Greisinnen werden wieder auf den Plätzen Jerusalems sitzen; jeder hält wegen seines hohen Alters einen Stock in der Hand.

Die Straßen der Stadt werden voll Knaben und Mädchen sein, die auf den Straßen Jerusalems spielen.

So spricht der Herr der Heere: Wenn das dem Rest dieses Volkes in jenen Tagen zu wunderbar erscheint, muß es dann auch mir zu wunderbar erscheinen? - Spruch des Herrn der Heere.

So spricht der Herr der Heere: Seht, ich werde mein Volk befreien aus dem Land des Sonnenaufgangs und aus dem Land des Sonnenuntergangs.

Ich werde sie heimbringen, und sie werden in Jerusalem wohnen. Sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein, unwandelbar und treu.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Prophet Sacharja verkündet die Prophezeiung der Liebe Gottes für Jerusalem. Die Stadt durchlebt eine heikle Situation der Schwäche und kann jeden Moment in die Gewalt fremder Mächte fallen. Doch der Herr sendet seinen Propheten aus, damit er zu einem dezimierten, verängstigten Volk spricht, das sich damit abgefunden hat, die Beute mächtigerer Nationen zu sein. Das Wort des Propheten rüttelt ihre Gemüter auf, die nur mit ihrer eigenen Angst beschäftigt sind, und öffnet ihnen die Augen für die Hoffnung: „Wenn das dem Rest dieses Volkes in jenen Tagen zu wunderbar erscheint, muss es dann auch mir zu wunderbar erscheinen?“ (V.6). Der Herr spricht leidenschaftlich, er sagt: „Mit großem Eifer trete ich ein für Zion, ich setze mich glühend ein für Jerusalem“ (V.2). Der Eifer Gottes gilt der Stadt als dem Sinnbild seines ganzen Volkes. Der Herr rettet nicht Einzelne, sondern sein ganzes Volk, die ganze Stadt. Deutlich schwingt in diesen Worten die kollektive Dimension des Glaubens mit: das versammelte Volk, das aus vielen Gesichtern, Geschichten und konkreten Personen besteht und doch durch ein gemeinsames Schicksal geeint ist. Der biblische Glaube ist nicht abstrakt und stützt sich nicht auf eine Ideologie oder auf Worte, so faszinierend sie auch sein mögen. Nein, er ist der Glaube an einen Gott, der inmitten seines Volkes herabsteigt, der die Sache seines Volkes zu seiner eigenen macht. Die Prophezeiung spricht weiter zu dem noch ungläubigen Volk: „Ich kehre zurück nach Zion und wohne wieder in Jerusalem. Dann wird Jerusalem ‚Stadt der Treue‘ heißen und der Berg des Herrn der Heere ‚Heiliger Berg‘“ (V.3). Der Herr wird das schöne Miteinander zwischen allen wiederherstellen, zwischen den verschiedenen Generationen und allen, die im neuen Jerusalem wohnen werden. Sacharjas Prophezeiung ist umso aktueller, wenn wir an unsere modernen Städte denken, die eigens dazu gebaut scheinen, die einen von den anderen zu trennen und die Begegnung zwischen Menschen und Generationen immer schwieriger werden zu lassen. Der Herr sagt: „Greise und Greisinnen werden wieder auf den Plätzen Jerusalems sitzen; jeder hält wegen seines hohen Alters einen Stock in der Hand. Die Straßen der Stadt werden voll Knaben und Mädchen sein, die auf den Straßen Jerusalems spielen“ (VV.4?5). Dies ist ein Bild von außerordentlicher Aktualität. Die Stadt, die Gott will, ist eine Stadt, die für alle, die ins Abseits gedrängt worden sind – die Alten und die Kinder – wieder Räume zu schaffen beginnt. Überall, im „Land des Sonnenaufgangs“ und im „Land des Sonnenuntergangs“ (V.7), soll diese Stadt nach Gottes Willen gebaut werden. Der Herr will, dass alle in Freude und Fülle leben.


28/09/2015
Gedenken an die Armen


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