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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Erzengel Michael. Als eine der ältesten Kirchen Afrikas verehrt die äthiopische Kirche ihn als Schutzpatron.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Sacharja 8,20-23

So spricht der Herr der Heere: Es wird noch geschehen, daß Völker herbeikommen und die Einwohner vieler Städte.

Die Einwohner der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Wir wollen gehen, um den Zorn des Herrn zu besänftigen und den Herrn der Heere zu suchen. - Auch ich will hingehen. -

Viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere zu suchen und den Zorn des Herrn zu besänftigen.

So spricht der Herr der Heere: In jenen Tagen werden zehn Männer aus Völkern aller Sprachen einen Mann aus Juda an seinem Gewand fassen, ihn festhalten und sagen: Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Gott ist mit euch.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Diese Prophezeiung des Sacharja soll den Blick der Israeliten weiten, damit sie die allumfassende Sichtweise Gottes selbst annehmen. Im Übrigen hat Gott Israel nicht als sein Volk erwählt, damit es sich hinter seinen Grenzen verschanzt, sondern damit es allen Völkern der Erde den Plan der Liebe Gottes für die gesamte Menschheit übermittelt. Kein Volk ist von der Sichtweise Gottes ausgeschlossen. Er ist der Vater aller. Diese Vaterschaft – die in den Worten des Propheten schon deutlich zum Ausdruck kommt – wird durch Jesus noch klarer zutage treten. Der Sinn dieser Worte wird sich bis zum Äußersten erfüllen. Eine erste Vision ist schon in Vers 22 enthalten: Alle Völker der Erde werden zusammenkommen und zueinander sagen: „Wir wollen gehen, um den Zorn des Herrn zu besänftigen und den Herrn der Heere zu suchen.“ Es ist wie eine verborgene Sehnsucht, die die Völker in ihrem tiefsten Herzen miteinander verbindet. Diese biblische und durch und durch christliche Überzeugung ließ den Patriarchen Athenagoras sagen: „Alle Völker sind gut.“ Ja, sie sind gut, denn im tiefsten Herzen jedes Volkes, im tiefsten Kern jedes Glaubensbekenntnisses, im tiefsten Inneren jedes Humanismus ist die Sehnsucht verborgen, sich mit allen um den einen Herrn zu versammeln. Der Blick des Glaubens lässt uns in den Tiefen der Menschheitsgeschichte eine einzigartige Pilgerschaft erkennen, die die Gläubigen und die Menschen guten Willens dazu veranlasst, sich gemeinsam auf den Weg zu machen – dem Ziel der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit entgegen. Um dieses Streben der Völker aufzugreifen, hat der heilige Johannes Paul II. die Gläubigen der großen Weltreligionen in Assisi zusammengerufen, als wollte er diese spirituelle Pilgerschaft, die sich in den Tiefen der Geschichte vollzieht, auch an der Oberfläche sichtbar machen. Es ist und bleibt ein Wunder, dass Jahr für Jahr in so vielen verschiedenen Städten so viele Gläubige und Menschen guten Willens zusammenströmen, die nach Frieden suchen. Doch die Prophezeiung geht noch weiter: „In jenen Tagen werden zehn Männer aus Völkern aller Sprachen einen Mann aus Juda an seinem Gewand fassen, ihn festhalten und sagen: Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Gott ist mit euch“ (V.23). Dies ist das Geheimnis der Umkehr von Männern und Frauen „aller Sprachen“ zum Evangelium. Nicht alle Völker – scheint der Prophet zu sagen – werden sich bekehren, doch unter denen, die das Evangelium annehmen, werden ganz sicher Menschen aller Sprachen, Kulturen und Ethnien sein. Die Christen – und auch dies ist ein Geheimnis – sind dafür verantwortlich, alle aufzunehmen, die sich dem Evangelium zuwenden. In diesen Zeiten, die nach dem Willen von Papst Franziskus von der Mission geprägt sein sollen, müssen wir uns fragen, ob wir uns am Gewand festhalten lassen oder ob wir uns hinter unsere – auch religiösen – Absperrungen zurückziehen und uns ruhig verhalten. Dieses prophetische Wort erschüttert uns. Wir müssen das Gewand der Mission anlegen und hinausgehen in die Randgebiete unserer modernen Städte.


29/09/2015
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