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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Baruch 4,5-12.27-29

Hab Vertrauen, mein Volk, du trägst den Namen Israel.

Ihr wurdet verkauft an die Völker, doch nicht zur Vernichtung. Weil ihr Gott erzürnt habt, wurdet ihr den Feinden preisgegeben.

Denn ihr habt euren Schöpfer zum Zorn gereizt, da ihr den Dämonen und nicht Gott Opfer darbrachtet.

Euren Ernährer habt ihr vergessen, den ewigen Gott. Ihr habt auch Jerusalem betrübt, die euch aufzog.

Denn sie hat mit angesehen, wie Gottes Zorn über euch hereinbrach; da sprach sie: Hört, ihr Nachbarn Zions! Gott hat großes Leid über mich gebracht.

Denn ich mußte sehen, daß meine Söhne und Töchter verschleppt wurden, wie es der Ewige über sie verhängt hat.

Mit Freude habe ich sie großgezogen, mit Weinen und Klagen mußte ich sie ziehen lassen.

Keiner juble, daß ich Witwe bin und von so vielen verlassen; der Sünden meiner Kinder wegen bin ich vereinsamt, denn sie sind abgewichen vom Gesetz Gottes.

Habt Vertrauen, meine Kinder, schreit zu Gott! Denn er, der es verhängt hat, wird wieder an euch denken.

Wie euer Sinn auf den Abfall von Gott gerichtet war, so zeigt nun zehnfachen Eifer, umzukehren und ihn zu suchen.

Er, der über euch das Unheil gebracht hat, wird mit eurer Rettung euch ewige Freude bringen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wieder stöhnt Israel unter dem Joch der Knechtschaft, die diesmal vermutlich vom Königreich Syrien ausgeht. Wie immer wird der Rückfall in die Sklaverei damit begründet, dass Israel den Herrn vergessen hat, dem es doch die Befreiung aus der ägyptischen Unterdrückung verdankt. Der Prophet sagt: „Weil ihr Gott erzürnt habt, wurdet ihr den Feinden preisgegeben“ (V.6). Das Volk Israel weiß genau, worin das Geheimnis besteht: Wenn es frei in dem Land leben will, das Gott ihm geschenkt hat, muss es den mit Gott geschlossenen Bund der Liebe halten. Es weiß auch – aus eigener und wiederholter Erfahrung –, dass die Demütigung der Sklaverei jedes Mal aus dem Ungehorsam gegenüber dem Herrn erwächst. Es hätte daran denken müssen, dass das Glück nicht vom Besitz abhängt, nicht einmal vom Besitz einer Gottesgabe wie des Gelobten Landes, sondern vom Hören auf das Wort Gottes und von der Freundschaft mit den Schwestern und Brüdern. Der Prophet ermahnt das Volk daher, Mut zu fassen: „Hab Vertrauen“, sagt er gleich zu Beginn des Abschnitts. Das ist keine oberflächliche oder optimistische Floskel. Sie erwächst aus der Gewissheit, dass Gott trotz der Sünden, die sein Volk begangen hat, treu ist. Gott verbirgt sich nicht, auch nicht in schwierigen Zeiten. Er wartet darauf, dass wir die Tür unseres Herzens einen Spalt weit öffnen. Dann eilt er sogleich herbei und verwandelt unsere Traurigkeit in eine neue Festzeit. Es genügt, unseren Blick nur ein kleines bisschen zu ihm emporzuheben, nur mit einem einzigen Wort um Hilfe zu rufen, und schon tritt er selbst in unser Leben. Deshalb mahnt der Prophet: „Habt Vertrauen, meine Kinder, schreit zu Gott! Denn er, der es verhängt hat, wird wieder an euch denken. Wie euer Sinn auf den Abfall von Gott gerichtet war, so zeigt nun zehnfachen Eifer, umzukehren und ihn zu suchen. Er, der über euch das Unheil gebracht hat, wird mit eurer Rettung euch ewige Freude bringen“ (V.27-29).


03/10/2015
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