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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Papst Calixtus († 222). Er war ein Freund der Armen und gründete ein Gebetshaus, an dessen Stelle später die Kirche Santa Maria in Trastevere errichtet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 2,1-11

Darum bist du unentschuldbar - wer du auch bist, Mensch -, wenn du richtest. Denn worin du den andern richtest, darin verurteilst du dich selber, da du, der Richtende, dasselbe tust.

Wir wissen aber, daß Gottes Gericht über alle, die solche Dinge tun, der Wahrheit entspricht.

Meinst du etwa, du könntest dem Gericht Gottes entrinnen, wenn du die richtest, die solche Dinge tun, und dasselbe tust wie sie?

Verachtest du etwa den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, daß Gottes Güte dich zur Umkehr treibt?

Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den «Tag des Zornes», den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht.

Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen:

denen, die beharrlich Gutes tun und Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, gibt er ewiges Leben,

denen aber, die selbstsüchtig nicht der Wahrheit, sondern der Ungerechtigkeit gehorchen, widerfährt Zorn und Grimm.

Not und Bedrängnis wird jeden Menschen treffen, der das Böse tut, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen;

Herrlichkeit, Ehre und Friede werden jedem zuteil, der das Gute tut, zuerst dem Juden, aber ebenso dem Griechen;

denn Gott richtet ohne Ansehen der Person.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus schreibt, dass der Mensch dazu neigt, lieber sich selbst als Gott zu dienen. Das ist ein tiefer Instinkt, der in uns allen steckt, eine Art Götzendienst, dem Männer und Frauen zu allen Zeiten verfallen. Diese Einsicht sollte uns eigentlich davor bewahren, uns selbst und unseren Traditionen vorschnell recht zu geben. Stattdessen aber ist es normal, dass wir die anderen verurteilen und uns selbst freisprechen. Jesus selbst ermahnt jeden von uns, nicht auf den Splitter im Auge der anderen, sondern auf den Balken in unserem eigenen Auge zu achten. Wir alle sind schwache Männer und Frauen und brauchen die Hilfe des Herrn. Deshalb schreibt Paulus etwas später in Anlehnung an ein Psalmwort: „Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen“ (Röm 3,10). Jesus selbst hat auf die schmeichelhafte Anrede eines Mannes, der ihn „Guter Meister“ nannte, geantwortet: „Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen“ (Mk 10,18). Schon unsere eigene Armseligkeit müsste uns davon abhalten, über andere zu richten. „Mensch“ – mit dieser direkten Anrede wendet sich Paulus an alle Menschen und findet strenge Worte für die, die erbarmungslos urteilen. Er klagt an – und denkt dabei an die Gläubigen: Sie richten und verurteilen andere, begehen dann aber dieselben Taten und verhalten sich genau wie die, denen ihr Urteil gegolten hat. Wenn sie das tun, sind sie nicht nur grausam, sondern vergessen, dass es einen Richter gibt, der mit rechtem Maß misst, nämlich Gott. „Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen …; denn Gott richtet ohne Ansehen der Person.“ Der Apostel erinnert auch uns Gläubige daran, dass wir auf Vergebung, das heißt darauf angewiesen sind, dass Gott barmherzig und liebevoll urteilt. Wir alle brauchen Gottes Erbarmen. Sein Erbarmen ist unsere Rettung.


14/10/2015
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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