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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 4,20-25

Er zweifelte nicht im Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde stark im Glauben, und er erwies Gott Ehre,

fest davon überzeugt, daß Gott die Macht besitzt zu tun, was er verheißen hat.

Darum wurde der Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet.

Doch nicht allein um seinetwillen steht in der Schrift, daß der Glaube ihm angerechnet wurde,

sondern auch um unseretwillen; er soll auch uns angerechnet werden, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat.

Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel schreibt an die Römer, dass die Geschichte Abrahams auch uns Christen, „die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat“, direkt betrifft. In einem jüdischen Midrasch heißt es: „Alles, was über Abraham geschrieben steht, wiederholt sich in der Geschichte seiner Kinder.“ Paulus schreibt den Römern, dass sich der Herr, der Abraham erschienen ist und ihn um seines Glaubens willen gerecht gemacht hat, im Ostern seines Sohnes, den er auf die Erde gesandt hat, endgültig geoffenbart hat. Der Apostel stellt klar, dass Jesus durch seinen Tod am Kreuz alle Sünden der Welt auf sich genommen und uns durch seine Auferstehung gerecht gemacht hat: „Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt“ (V.25). Durch diese Präzisierung kann der Apostel den Glauben Abrahams im Hinblick auf das Geheimnis Jesu deuten, der stirbt und aufersteht. Der Gott Abrahams offenbart sich in seiner Fülle in Christus Jesus. Die Geschichte Abrahams ist mithin ein Sinnbild für alle Gläubigen und besonders für die Christen, weil sie die Radikalität des Glaubens veranschaulicht. Wie der erste der Patriarchen, der „gegen alle Hoffnung“ geglaubt hat, binden auch wir uns durch einen ebensolchen Glauben an Gott. Dieser Glaube, der nun auch der unsere ist, verlangt, dass wir uns ganz auf den Sohn Gottes und sein Heilsgeheimnis verlassen. Die Glaubenshingabe des Christen wird mit der Glaubenshingabe Abrahams verglichen. Deshalb ist der Glaube nicht in erster Linie ein Werk, das wir vollbringen müssen, sondern vor allem anderen Selbsthingabe an den Gott, der uns ruft, und unbedingtes Vertrauen auf den Willen Gottes und seinen Plan der Liebe, an dem er uns teilhaben lässt. Mit dem Kommen Jesu, seinem Tod und seiner Auferstehung ist das Geheimnis des Glaubens und des Heils in Fülle offenbar geworden. Abraham ist das Urbild des Christen und der Vater aller Gläubigen.


19/10/2015
Gebet für den Frieden


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