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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 5,12-15.17-19.20-21

Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten.

Sünde war schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt;

dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht wie Adam durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten; Adam aber ist die Gestalt, die auf den Kommenden hinweist.

Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteil geworden.

Ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen, so werden erst recht alle, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteil wurde, leben und herrschen durch den einen, Jesus Christus.

Wie es also durch die Übertretung eines einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen, die Leben gibt.

Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.

Das Gesetz aber ist hinzugekommen, damit die Übertretung mächtiger werde; wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden.

Denn wie die Sünde herrschte und zum Tod führte, so soll auch die Gnade herrschen und durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben führen, durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Diese Stelle aus dem Römerbrief ordnet das christliche Geschehen in den größeren Kontext der Menschheitsgeschichte ein. Der Apostel Paulus will die Macht und Universalität der Liebe Jesu aufzeigen. Seine Geschichte betrifft die ganze Menschheit. Paulus spricht daher über Adam, um daran zu erinnern, dass alle Menschen Sünder und somit der letzten Konsequenz der Sünde, nämlich dem Tod, unterworfen sind. Denn die Sünde ist nicht einfach eine schlechte Tat, eine einzelne und in sich abgeschlossene Handlung. Die Sünde ist auch unsere Schwäche und Begrenztheit, die aus unserem Stolz und unserer Selbstzufriedenheit resultiert. Sie wurzelt in unserem Herzen und entfernt uns von Gott, sodass wir dem Fürsten des Bösen in die Hände fallen. Dies ist das Geheimnis der ‘Erbsünde’, die Adam an die ganze Menschheit weitergegeben hat. Sowohl die Menschen als auch die Schöpfung sind von Sündhaftigkeit gezeichnet, und wir alle, Mensch und Schöpfung, warten darauf, neu geboren zu werden. Paulus erklärt also, dass so, wie alle Menschen durch das Werk des einen Menschen Adam ins Verderben gestürzt worden sind, jetzt alle durch den einen Menschen Jesus Christus das Heil erlangen können. Er ist es, der aus Liebe die ganze Bürde der Traurigkeit, der Gewalt, der Verzweiflung, der Feindschaft und des Todes auf sich genommen hat, die schwer auf dem Leben der Menschheit lastet. Durch seinen Tod hat Jesus jeden Tod vernichtet, und durch seine Auferstehung hat er den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens eröffnet. Die Jünger sind aufgerufen, für dieses Geheimnis zu danken, das Gott den Weisen und Mächtigen verborgen, den Unmündigen aber geoffenbart hat. Aus Gnade dürfen wir alle an diesem Geheimnis teilhaben, damit wir es glaubwürdig in der Welt bezeugen.


20/10/2015
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