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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den seligen Giuseppe Puglisi, einen Priester der Kirche von Palermo, der von der Mafia getötet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 6,12-18

Daher soll die Sünde euren sterblichen Leib nicht mehr beherrschen, und seinen Begierden sollt ihr nicht gehorchen.

Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes.

Die Sünde soll nicht über euch herrschen; denn ihr steht nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.

Heißt das nun, daß wir sündigen dürfen, weil wir nicht unter dem Gesetz stehen, sondern unter der Gnade? Keineswegs!

Ihr wißt doch: Wenn ihr euch als Sklaven zum Gehorsam verpflichtet, dann seid ihr Sklaven dessen, dem ihr gehorchen müßt; ihr seid entweder Sklaven der Sünde, die zum Tod führt, oder des Gehorsams, der zur Gerechtigkeit führt.

Gott aber sei Dank; denn ihr wart Sklaven der Sünde, seid jedoch von Herzen der Lehre gehorsam geworden, an die ihr übergeben wurdet.

Ihr wurdet aus der Macht der Sünde befreit und seid zu Sklaven der Gerechtigkeit geworden.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel hatte erklärt, dass die Gläubigen „für die Sünde tot“ sind, weil ihnen das Gnadenereignis der Taufe widerfahren ist, das sie zu Teilhabern am Ostern Christi gemacht hat. Nun wird deutlich, dass dieses Gnadenereignis in den Gläubigen nicht wie durch Zauberkraft wirkt, sondern eine Dynamik der Verantwortung in ihnen anbahnt. Doch auch wenn sie „für die Sünde tot“ sind, müssen die Gläubigen sich im alltäglichen Leben der Herrschaft der Sünde widersetzen. Die Christen haben die Kraft, sie haben ausreichend Energie empfangen, um die Sünde und die verkehrte Logik, mit der sie das Herz der Menschen bezwingen will, zu durchkreuzen. Deshalb ruft der Apostel dazu auf, sich zwischen dem Gehorsam gegenüber dem alten, instinktgeleiteten Menschen und dem Gehorsam gegenüber dem neuen, vom Geist gelenkten Menschen zu entscheiden. Ersterer ist ein instinktiver Gehorsam und mithin eine Art Sklavendasein; letzterer hingegen verlangt eine wache und beharrliche Entscheidung und Aufmerksamkeit. Das Leben des Gläubigen ist immer ein Kampf zwischen diesen beiden Kräften – derselbe Kampf, den auch Jesus gegen das Böse gekämpft hat, um es schließlich zu besiegen. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat Jesus die Sünde ihrer unaufhaltsamen Macht beraubt. Das Böse ist endgültig besiegt. Dennoch liegt es immer im Hinterhalt, wie das Buch Genesis schreibt: „Wenn du nicht recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon“ (4,7). Wenn er sich entschließt, dem Geist zu gehorchen, wird das Leben des Gläubigen zu einem Geschenk, das er dem Herrn und seinen Mitmenschen großzügig und mit Freuden macht. Jesus selbst hat sein irdisches Dasein zum Heil aller Menschen als ein vollkommenes Geschenk an den Vater gelebt. Wir, die Jünger der letzten Stunde, sind aufgerufen, ihm auf diesem Weg nachzufolgen. Nur dieser Weg befreit uns von der Herrschaft der Sünde, die uns mit allen Mitteln ihrem Willen zu unterwerfen sucht. Doch der Herr, der unsere Schwäche kennt, schenkt uns seine Gnade im Überfluss.


21/10/2015
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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