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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an das historische Treffen von Assisi 1986, zu dem Papst Johannes Paul II. Vertreter aller christlichen Konfessionen und der großen Weltreligionen eingeladen hatte, um für den Frieden zu beten.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 8,18-25

Ich bin überzeugt, daß die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.

Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes.

Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung:

Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.

Denn wir wissen, daß die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.

Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, daß wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?

Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In Anlehnung an die Schöpfungsgeschichte erinnert der Apostel Paulus daran, dass die ganze Welt der Vergänglichkeit und der Torheit der Sünde unterworfen ist. „Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.“ Das heißt, dass die Erwartung des Loskaufs und der Erlösung tief in das Leben eines jeden Menschen und in das Innerste der Schöpfung selbst hineingeschrieben ist. Der Apostel scheint eine enge Beziehung zwischen dem Menschen, der auf die Fülle der Offenbarung des Gottessohnes wartet, und der Schöpfung herzustellen. Auch diese lebt in derselben Erwartung. Paulus vergleicht dieses Warten alles Geschaffenen mit einer schwangeren Frau: „Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.“ Es ist ein langes Warten, das bereits im Moment des Sündenfalls begonnen hat. Gemeinsam mit der Schöpfung ‘seufzen’ auch die Gläubigen in ihrem Innersten. Denn sie besitzen die Erstlingsgabe des Geistes und treiben auch die Auferstehung der Schöpfung voran. Wenn wir diese Worte aus dem Brief des Apostels lesen, kommt uns die räuberische Zerstörung der Umwelt, des Klimas und der Erde in den Sinn, die zurzeit offenbar noch an Geschwindigkeit zunimmt. Es ist höchste Zeit, auf die Erlösungssehnsucht zu reagieren, die auch die Schöpfung auf ihre Weise verspürt. Vor diesem Hintergrund kann man sagen, dass wir alle den „neuen Himmel“ und die „neue Erde“ erwarten, von denen die Offenbarung spricht. Doch die Neugeburt der Schöpfung führt über die Neugeburt der Menschen. Denn eine neue Welt kann nur aus neuen Männern und neuen Frauen geboren werden. Durch seinen Tod und seine Auferstehung ist Jesus der Erstgeborene der neuen Schöpfung. Uns, seinen Jüngern, hat er seinen Geist geschenkt, der sich unserer Schwachheit annimmt. Dieser Geist ist es, der uns das Gebet eingibt, damit sich die Welt nach dem Plan Gottes verändert. Das Gebet wird somit zum ersten und entscheidenden Mittel, das Herz des Gläubigen und die Schöpfung selbst zu verwandeln. Durch das Gebet beschleunigen wir die Ankunft des Reiches und die Errichtung einer neuen Erde und eines neuen Himmels der Liebe und des Friedens.


27/10/2015
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