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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Zacharias und Elisabet, die noch im hohen Alter Johannes den Täufer gebar.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 14,7-12

Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber:

Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.

Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende.

Wie kannst also du deinen Bruder richten? Und du, wie kannst du deinen Bruder verachten? Wir werden doch alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen.

Denn es heißt in der Schrift: So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird Gott preisen.

Also wird jeder von uns vor Gott Rechenschaft über sich selbst ablegen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Diese Briefstelle kreist um die Sorge für die „Schwachen“ in der Gemeinde, das heißt für diejenigen, deren Glaube noch nicht gefestigt ist und die sich mit religiösen Skrupeln darüber plagen, welche Speisen sie essen dürfen. Sicherlich gab es – in Rom genau wie in Korinth – die „Starken“, die sich von jeder traditionellen Bindung frei glaubten, und die „Schwachen“, die noch nach den Vorschriften ihres jüdisch-christlichen Umfelds lebten. Die Debatte drehte sich vor allem um die Frage nach der Reinheit oder Unreinheit der Speisen. Der eigentliche Ernst der Situation rührte daher, dass die beiden Gruppen einander heftige Vorwürfe machten. Paulus findet strenge Worte für die, die die anderen verurteilen und verachten. Sie nämlich schwächen die Gemeinde, weil sie das, was „zum Aufbau beiträgt“, nicht lieben und so die Kraft der Gemeinschaft vergeuden. Der Apostel erinnert die Christen an den Primat der Geschwisterlichkeit und der Gemeinschaft. Die Jünger sind vor allem dazu berufen, für den Herrn und sein Evangelium, nicht aber für sich selbst oder ihre eigenen Ideen zu leben. Das Evangelium, und nur das Evangelium, ist die Quelle und der eigentliche Grund für die Gemeinschaft der Gläubigen. Nicht der Regelgehorsam eint uns, nicht die „Kraft“ unseres eigenen Stolzes oder die „Schwäche“ eines von Verzicht geprägten Lebens retten die Gemeinschaft in der christlichen Gemeinde. Retten kann uns immer nur die Liebe Gottes, die wir annehmen und umsetzen. Sie ist deshalb das kostbarste Gut, das es zu erhalten gilt. An ihr nämlich – sagt Jesus – werden die Menschen erkennen, dass wir seine Jünger sind.


05/11/2015
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