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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Römer 15,14-21

Meine Brüder, ich bin fest davon überzeugt, daß ihr viel Gutes tut, daß ihr reiche Erkenntnis besitzt und selbst imstande seid, einander zurechtzuweisen.

Um euch aber einiges in Erinnerung zu rufen, habe ich euch einen teilweise sehr deutlichen Brief geschrieben. Ich tat es kraft der Gnade, die mir von Gott gegeben ist,

damit ich als Diener Christi Jesu für die Heiden wirke und das Evangelium Gottes wie ein Priester verwalte; denn die Heiden sollen eine Opfergabe werden, die Gott gefällt, geheiligt im Heiligen Geist.

In Christus Jesus kann ich mich also vor Gott rühmen.

Denn ich wage nur von dem zu reden, was Christus, um die Heiden zum Gehorsam zu führen, durch mich in Wort und Tat bewirkt hat,

in der Kraft von Zeichen und Wundern, in der Kraft des Geistes Gottes. So habe ich von Jerusalem aus in weitem Umkreis bis nach Illyrien überallhin das Evangelium Christi gebracht.

Dabei habe ich darauf geachtet, das Evangelium nicht dort zu verkündigen, wo der Name Christi schon bekannt gemacht war, um nicht auf einem fremden Fundament zu bauen;

denn es heißt in der Schrift: Sehen werden die, denen nichts über ihn verkündet wurde, und die werden verstehen, die nichts gehört haben.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus weiß genau, dass nicht er die Gemeinde von Rom gegründet hat, und dennoch fühlt er sich verpflichtet, auch dort, in der Hauptstadt des Römischen Reichs, das Evangelium zu verkünden. Schließlich ist die Verkündigung des Evangeliums sein eigentlicher Ruhm. Gleichwohl fügt er hinzu: „Dabei habe ich darauf geachtet, das Evangelium nicht dort zu verkündigen, wo der Name Christi schon bekannt gemacht war.“ Mit diesen Worten, die der Apostel an die Christen von Rom richtet, scheint er die ganze Kirche, alle christlichen Gemeinden, an die Aufgabe erinnern zu wollen, das Evangelium sowohl in den Gebieten, die schon seit Längerem christlich sind, als auch dort immer wieder neu zu verkünden, wohin das Evangelium erst vor Kurzem gelangt ist. Überall auf der Welt – auch in dieser unserer Welt des beginnenden dritten Jahrtausends – muss man wieder bei Jesus beginnen. Die Kirche steht mit ihrer Sendung gleichsam noch am Anfang. Sie steht für uns längst evangelisierte Christen am Anfang, weil wir viele Seiten des Evangeliums erst noch in ihrem tieferen Sinn begreifen müssen – zum Beispiel die Seiten über den Frieden und die Feindesliebe. Wir konzentrieren uns so sehr auf die organisatorischen Themen und Probleme, dass wir Gefahr laufen, das Wichtigste aus den Augen zu verlieren: die Verkündigung des Evangeliums, die den eigentlichen Ruhm des Paulus ausmachte und auch zum Ruhm der Kirche von heute werden muss. Denn in vielen Teilen der Erde – ich denke an das große Asien – muss das Evangelium noch verkündet werden. Das ist eine der großen Herausforderungen, die die Christen von heute auch aus diesem Brief des Paulus an die Römer herauslesen müssen. Der Apostel, der sich rühmte, niemanden getauft zu haben, verstand es als einen „priesterlichen Dienst“, den Heiden das Evangelium zu bringen. Indem er das Evangelium verkündigte, brachte er die, die es annahmen, Gott zum Opfer dar.


06/11/2015
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