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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Leo den Großen, der als Bischof von Rom die Kirche in schwierigen Zeiten leitete.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dal libro della Sapienza 2,23-3,9

Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören. Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie gestorben, ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung; sie aber sind in Frieden. In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit. Ein wenig nur werden sie gezüchtigt; doch sie empfangen große Wohltat. Denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig. Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt und sie angenommen als ein vollgültiges Opfer. Beim Endgericht werden sie aufleuchten wie Funken, die durch ein Stoppelfeld sprühen. Sie werden Völker richten und über Nationen herrschen, und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit. Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen, und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe. Denn Gnade und Erbarmen wird seinen Erwählten zuteil.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Warum in der Gerechtigkeit leben, wenn das Los der Gerechten bedroht ist und ihr Leben ein gewaltsames Ende findet? Das ist die große Frage des Buchs der Weisheit, die auch Ijob teilweise gequält hatte: Warum leben die Bösen in Wohlstand, während die Gerechten alles verlieren? Auch in uns steigt oft die Frage auf: Warum soll man sich abmühen und Gutes tun, damit die Ungerechtigkeit der Welt nicht überhandnimmt und damit das Böse nicht über das Gute siegt? „Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand und keine Qual kann sie berühren“, so die weise Antwort des Verfassers. Wie viele Gerechte sind gestorben, weil sie Gutes getan haben, weil sie nicht darauf verzichten wollten, in der Liebe zu leben! Der Erste von ihnen allen ist Jesus, der Herr, und nach ihm kommt jene unermessliche Zahl derer, die, wie es im Buch der Offenbarung heißt, „aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht“ (7,14). Ein in Liebe verschenktes Leben ist keine Verschwendung, sondern ein Gewinn für das ewige Leben. Die Leiden und Anfechtungen, die über sie gekommen sind, mögen in den Augen der Welt wie eine Strafe erscheinen. Doch auch wenn ihr Leben kurz war, werden sie am Tag des Gerichts aufleuchten und zeigen, dass die wahre Kraft in der Liebe und nicht in der Anmaßung besteht, die sich über die anderen erhebt, oder im Stolz derer, die nur sich selber retten wollen. Deshalb, so heißt es im Buch der Weisheit weiter, werden sie „Völker richten und über Nationen herrschen“ (V.8). Jesus selbst wird in den Seligpreisungen verkünden, dass die, die keine Gewalt anwenden, „das Land erben“ werden (Mt 5,5). Die Kraft, die erobert und besiegt, liegt in der Sanftmut und in der Liebe. Das ist die Weisheit des Lebens: „Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe“ (V.9). Die Liebe, die das Dasein der Gerechten geprägt hat, wird ein Geschenk für alle sein, ein Segen für die ganze Welt. Ihr Leben liegt in Gottes Hand. Weder das Böse noch der Tod haben Macht über sie.


10/11/2015
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