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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Die byzantinische Kirche verehrt heute den heiligen Sabas (+532), der „Archimandrit aller Eremiten Palästinas" genannt wird.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 30,19-21.23-26

Ja, du Volk auf dem Berg Zion, das in Jerusalem wohnt, du brauchst jetzt nicht mehr zu weinen. Der Herr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe schreist; er wird dir antworten, sobald er dich hört. Auch wenn dir der Herr bisher nur wenig Brot und nicht genug Wasser gab, so wird er, dein Lehrer, sich nicht mehr verbergen. Deine Augen werden deinen Lehrer sehen, deine Ohren werden es hören, wenn er dir nachruft: Hier ist der Weg, auf ihm müßt ihr gehen, auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet. Dann spendet er Regen für die Saat, die du auf den Acker gesät hast. Das Korn, das auf dem Acker heranreift, wird üppig und fett sein. Auf weiten Wiesen weidet dein Vieh an jenem Tag. Die Rinder und Esel, die dir bei der Feldarbeit helfen, bekommen würziges Futter zu fressen, das man mit Schaufel und Gabel gemischt hat. Auf allen hohen Bergen und stattlichen Hügeln gibt es Bäche voll Wasser am Tag des großen Mordens, wenn die Türme einstürzen. Zu der Zeit, wenn der Herr die Leiden seines Volkes heilt und seine Wunden verbindet, wird das Licht des Mondes so hell sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenmal so stark sein wie das Licht von sieben Tagen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Prophet möchte der Gemeinde der Gläubigen versichern, dass ihr Gebet bis zu Gott gelangt, auch wenn sie von großen Nöten bedrängt und geprüft wird. „Ja, du Volk auf dem Zion ... du brauchst jetzt nicht mehr zu weinen. Der Herr ist dir gnädig, wenn du um Hilfe schreist; er wird dir antworten, sobald er dich hört." Es kann freilich vorkommen, dass das Gebet nicht sofort aus der Zeit der Prüfung befreit, doch nimmt es den Herrn in die Pflicht, seinem Volk nahe zu sein, es zu begleiten und an seiner Seite gegenwärtig zu sein. Der Prophet formuliert dies so: „Auch wenn dir der Herr bisher nur wenig Brot und nicht genug Wasser gab, so wird er, dein Lehrer, sich nicht mehr verbergen." Der Herr ist ein geduldiger Gott, voller Liebe und Barmherzigkeit. Er hört nicht auf, sich mit seinem Wort an uns zu wenden, damit es in unsere Herzen ausgesät werde. Er ist der Sämann, von dem in den Evangelien die Rede ist. Er wirft seinen Samen überall voller Großzügigkeit aus. Er wägt nicht im Voraus ab, ob der Erdboden gut und aufnahmebereit oder voller Steine und Dornen ist. Im Unterschied zu uns stellt er keine vorausgehenden Überlegungen an, ob der Same überall ausgestreut werden soll, auch bei denen, die vielleicht gar nicht zuhören. Gott möchte alle erreichen, denn er weiß, dass jeder den Boden des eigenen Herzens urbar machen und vom Wort befruchten lassen kann. Jeder kann sich ändern und besser werden. Gott hat Erbarmen mit uns und ist gerecht, denn er ist langmütig in der Liebe. Selig, die auf sein Wort hören! Man wird nicht mehr weinen müssen, denn Gott hört die Bitte desjenigen, der sich an ihn wendet. Er ist bereit, die zahlreichen Wunden der Welt zu heilen, die Wunden der Menschen im Krieg, die Wunden der Kranken, der Gefangenen, der zum Tode Verurteilten, der alten Menschen, der Kinder und der Armen. Er heilt und verwandelt das Leben in der Tiefe, wie es der Prophet ankündigt. Angesichts der Wunden der Welt und der Macht des Bösen, die uns oft einschüchtert, wollen wir den Weg wählen, der uns gewiesen wird, denn auch wir können mit Geduld die Wunden derer heilen, denen wir begegnen.


05/12/2015
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