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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Numeri 24,2-7.15-17

Als Bileam aufblickte, sah er Israel im Lager, nach Stämmen geordnet. Da kam der Geist Gottes über ihn, er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge, Spruch dessen, der Gottesworte hört, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der daliegt mit entschleierten Augen: Jakob, wie schön sind deine Zelte, wie schön deine Wohnstätten, Israel! Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Eichen, vom Herrn gepflanzt, wie Zedern am Wasser. Von seinen Schöpfeimern rinnt das Wasser, reichlich Wasser hat seine Saat. Sein König ist Agag überlegen, seine Königsherrschaft erstarkt. Und er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge, Spruch dessen, der Gottesworte hört, der die Gedanken des Höchsten kennt, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der daliegt mit entschleierten Augen: Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel. Er zerschlägt Moab die Schläfen und allen Söhnen Sets den Schädel.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gerade als Israels Weg durch die Wüste und in das von Gott verheißene Land dem Ende zu geht, stellt sich Balak, der König von Moab, in den Weg, um den Durchzug des Volkes Israel mit allen Mitteln zu verhindern. Dazu nimmt er sogar Bileam in seinen Dienst, einen bekannten und mächtigen Wahrsager aus Mesopotamien, der Israel mit seinen Zauberkünsten schaden und es verfluchen soll. Doch der Herr steht seinem Volk zur Seite und leitet es mit Macht. Er greift ein und verwandelt diesen Wahrsager gegen seinen Willen und gegen den Willen des Königs, in dessen Dienst er steht, in einen Propheten für Israel. Der heutige Abschnitt aus dem Buch Numeri enthält einige Verse des dritten und vierten Orakelspruchs Bileams, dessen Name „Verschlinger" bedeutet. Trotz dieses Namens und trotz seiner Herkunft empfängt er den Geist Gottes und gibt alles weiter, was er vom Herrn empfängt. So bezeichnet ihn der Text als einen, „der Gottesworte hört" und „der eine Vision des Allmächtigen sieht". Der Herr spricht auf jede Weise zu seinem Volk, und so spricht er hier durch einen Mann, der vom Feind herbeigerufen wurde. Dieser, ein Prophet wider Willen, beschreibt den Wohlstand und die Fruchtbarkeit des Landes, das Israel empfangen soll. Er ruft aus: „Jakob, wie schön sind deine Zelte, wie schön deine Wohnstätten, Israel! Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Eichen, vom Herrn gepflanzt, wie Zedern am Wasser." Dann blickt er noch weiter in die Zukunft und ruft aus: „Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel." Dieser Prophet weist mit diesem Bild des Zepters und des Sterns auf den Messias hin, der dem ganzen Volk Heil bringen wird. Von der christlichen Tradition wurden diese Worte im Hinblick auf Jesus gelesen und die Liturgie der Kirche legt sie uns wenige Tage vor Weihnachten ans Herz. Wir sollen über sie nachdenken und uns bereit machen, den kommenden Herrn aufzunehmen, der die ganze Welt von der Sünde und vom Tod retten will. In gewisser Weise ist die Prophezeiung des Bileam, dieses Propheten wider Willen, der Hilferuf unserer Erde, der sich aus dem Mund aller Völker erhebt, besonders der am stärksten unterdrückten. Noch heute erklingt diese Prophezeiung für die ganze Welt, damit die Erde zum blühenden Garten werde und der Herr der Vater aller sei.


14/12/2015
Gedenken an die Armen


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