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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 23,5-8

Seht, es kommen Tage - Spruch des Herrn -, da werde ich für David einen gerechten Sproß erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtigkeit wird er sorgen im Land. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit. Darum seht, es werden Tage kommen - Spruch des Herrn -, da sagt man nicht mehr: So wahr der Herr lebt, der die Söhne Israels aus Ägypten heraufgeführt hat!, sondern: So wahr der Herr lebt, der das Geschlecht des Hauses Israel aus dem Nordland und aus allen Ländern, in die er sie verstoßen hatte, heraufgeführt und zurückgebracht hat. Dann werden sie wieder in ihrem Heimatland wohnen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dem heutigen Abschnitt des Propheten geht eine strenge Ermahnung (Jer 23,1-4) an die Hirten Israels voraus, die nicht nur die Schafe der Herde des Herrn vernachlässigen, sondern sie sogar „zerstreut" und „versprengt" haben. Nachdem der Herr durch die Worte des Propheten eine strenge Mahnung an diese Hirten ausgesprochen hat, weil sie durch den Verrat an der Herde auch ihn verraten haben, verspricht er, dass er selbst kommen wird, um die Schafe zu sammeln und sie auf die Weide zu führen, von der sie versprengt wurden. Jeremia verkündet daher: „Seht, es kommen Tage – Spruch des Herrn –, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken." An Weihnachten wird diese Verheißung des Propheten in ihrer ganzen Fülle Wirklichkeit, denn Jeremia bezieht sich genau auf diese Tage. In dieser Zeit schenkt der Herr der Welt einen „Spross", der mit Vollmacht auf Erden herrscht und Recht und Gerechtigkeit einsetzt. Der Sohn Gottes selbst wird auf die Erde gesandt. Er erscheint als ein Kind und damit wirklich als ein „Spross", der sich nicht durch äußere Kraft oder menschliche Machtmittel aufdrängt. Vielmehr erscheint er als schwaches Kind und wird nicht einmal wie alle in einem Haus geboren. Er wird außerhalb der Ortschaft in einer Grotte geboren und in eine Krippe gelegt, worauf das heutige Matthäusevangelium hinweist (Mt 1,18-24). Allein die grenzenlose Liebe ist die Kraft und das Bestreben dieses Sprosses, in dem er vom Himmel herabstieg und überall auf den Straßen und Plätzen seiner Zeit das Kommen des Reiches verkündet hat. Der Herr übt seine Herrschaft weder von den Palästen derer aus, die sich mächtig fühlen, noch von den abgeschlossenen Wohnsitzen derer, die nur an sich denken. Der Herr will durch die Herzen der Menschen, durch unsere Herzen herrschen. Deswegen feiern wir Jahr für Jahr Weihnachten. Da wir vergesslich und verschlossen sind, haben wir es nötig. Jedes Jahr hilft uns die Liturgie, aufs Neue die Türen unseres Herzens zu öffnen, damit dieses Kind in uns neu geboren werden kann. Ein weiser Christ sagte vor langer Zeit: „Auch wenn Christus tausendmal in Bethlehem geboren würde, aber nicht in deinem Herzen, so wärest du auf ewig verloren." Der Herr klopft weiter an, um in unser Herz einzutreten. Seine Geburt erneuert und erweitert unser Herz, sie macht es stark in der Liebe und erleuchtet es, um in die Randgebiete dieser Welt aufzubrechen. Durch ein an Weihnachten erneuertes Herz entstehen eine neue Erde, eine neue Geschichte, eine neue Gerechtigkeit und ein immer dauerhafterer Friede.


18/12/2015
Gedenken an den gekreuzigten Jesus


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