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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an die Bekehrung des Paulus auf dem Weg nach Damaskus. Gedenken an Hananias, der Paulus taufte, das Evangelium predigte und als Märtyrer starb. Ende der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Gebet für die Einheit der Kirchen. Besonderes Gedenken an die christlichen Gemeinden in Asien und Ozeanien.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 9,1-9

Saulus wütete immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des (neuen) Weges, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen. Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, daß ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst. Seine Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. Saulus erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Und er war drei Tage blind, und er aß nicht und trank nicht.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Heute gedenkt die Kirche der Bekehrung des Saulus von Tarsus. Dieses Ereignis hat die Geschichte des Christentums in einzigartiger Weise geprägt. Paulus verfolgt mit schriftlicher Erlaubnis des Hohenpriesters die Christen von Damaskus mit äußerster Härte. Während er sich der Stadt nähert, umgibt ihn plötzlich ein strahlendes Licht. Er ist geblendet, fällt zu Boden und hört eine Stimme, die ihn zweimal beim Namen ruft: „Saul, Saul". Er sieht nichts, er hört nur eine Stimme, die ihn ruft. Beim Namen gerufen zu werden, ist oft eine entscheidende und unvergessliche Erfahrung. Paulus ist wie benommen und fragt: „Wer bist du, Herr?" Er hört: „Ich bin Jesus, den du verfolgst." Wir wissen nicht, was der erste Gedanke von Paulus war. Vielleicht dachte er, einen Toten könne man gar nicht verfolgen; Jesus war also offensichtlich am Leben. Er erhebt sich, aber er kann nichts sehen. Seine Begleiter, die verblüfft sind von dem, was geschehen war, führen ihn nach Damaskus, wie es ihm die Stimme Jesu befohlen hatte. Was war mit Paulus geschehen? Es handelte sich hier nicht, wie man im Allgemeinen denkt, um die „Bekehrung" von einer Religion zu einer anderen, denn die Gruppe der Christen gehörte noch ganz und gar zum Judentum und man hielt sich überhaupt nicht für eine andere Religion. Für Paulus war dies ein viel tiefer greifendes Ereignis, das ihn grundlegend veränderte. Es war eine wirkliche Neugeburt. Deshalb ist der Sturz des Paulus eines jener sinnbildlichen Ereignisse, die Fragen an die Geschichte jedes Menschen stellen, als wollte es uns sagen, dass wir, wenn wir nicht stürzen und nicht den Boden berühren, kaum verstehen können, was es bedeutet zu leben. Leider ist es jeder gewohnt, fest auf seinen eigenen Füßen zu stehen und auf seinem eigenen Ich zu bestehen. Nicht nur, dass wir nicht zu Boden stürzen, nein, wir schauen nicht einmal zum Boden, zum Leid der anderen. In Wirklichkeit ist jeder von uns ein armer Mann oder eine arme Frau. Nur wenn wir unsere Armut erkennen, können wir auf den Weg der Weisheit zurückkehren. Denn der Stolz führt in den Niedergang, in die Konfrontation, in die Gewalt. Die Demut dagegen erneuert, macht verständnisvoller, solidarischer und menschlicher. Der Sturz des Paulus ist ein Zeichen für alle – Gläubige wie Nichtgläubige – denn er macht jeden menschlicher und so auch eher bereit, das Heil anzunehmen. Als Paulus von seinem Ich herabgestürzt war, nahm er das Evangelium auf und wurde zu einem universalen Menschen. Seine Predigt überwand nicht nur die ethnischen Grenzen des Judentums, sondern ging über alle Grenzen hinweg. Die Worte des auferstandenen Jesus an die Elf, „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen", bildeten den Grund für die Mission des Paulus. „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde", schrieb er den Korinthern. So machte er sich auf den Weg bis an die Grenzen der Erde. Überall wurde seine Verkündigung durch Zeichen bekräftigt, und wenn er, wie auf Malta, Schlangen anfasste, schadeten sie ihm nicht. Paulus fordert auch heute jeden von uns auf, den Primat der Verkündigung des Evangeliums im Leben der christlichen Gemeinschaft neu zu verstehen.


25/01/2016
Gedenken an die Apostel


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