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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den Tod Gandhis. Mit ihm gedenken wir aller, die im Namen der Gewaltlosigkeit Arbeiter für den Frieden sind.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das zweite Buch Samuel 12,1-7.10-17

Darum schickte der Herr den Natan zu David; dieser ging zu David und sagte zu ihm: In einer Stadt lebten einst zwei Männer; der eine war reich, der andere arm. Der Reiche besaß sehr viele Schafe und Rinder, der Arme aber besaß nichts außer einem einzigen kleinen Lamm, das er gekauft hatte. Er zog es auf, und es wurde bei ihm zusammen mit seinen Kindern groß. Es aß von seinem Stück Brot, und es trank aus seinem Becher, in seinem Schoß lag es und war für ihn wie eine Tochter. Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann, und er brachte es nicht über sich, eines von seinen Schafen oder Rindern zu nehmen, um es für den zuzubereiten, der zu ihm gekommen war. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und bereitete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war. Da geriet David in heftigen Zorn über den Mann und sagte zu Natan: So wahr der Herr lebt: Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod. Das Lamm soll er vierfach ersetzen, weil er das getan und kein Mitleid gehabt hat. Da sagte Natan zu David: Du selbst bist der Mann. So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König von Israel gesalbt, und ich habe dich aus der Hand Sauls gerettet. Darum soll jetzt das Schwert auf ewig nicht mehr von deinem Haus weichen; denn du hast mich verachtet und dir die Frau des Hetiters genommen, damit sie deine Frau werde. So spricht der Herr: Ich werde dafür sorgen, daß sich aus deinem eigenen Haus das Unheil gegen dich erhebt, und ich werde dir vor deinen Augen deine Frauen wegnehmen und sie einem andern geben; er wird am hellen Tag bei deinen Frauen liegen. Ja, du hast es heimlich getan, ich aber werde es vor ganz Israel und am hellen Tag tun. Darauf sagte David zu Natan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Natan antwortete David: Der Herr hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben. Weil du aber die Feinde des Herrn durch diese Sache zum Lästern veranlaßt hast, muß der Sohn, der dir geboren wird, sterben. Dann ging Natan nach Hause. Der Herr aber ließ das Kind, das die Frau des Urija dem David geboren hatte, schwer krank werden. David suchte Gott wegen des Knaben auf und fastete streng; und wenn er heimkam, legte er sich bei Nacht auf die bloße Erde. Die Ältesten seines Hauses kamen zu ihm, um ihn dazu zu bewegen, von der Erde aufzustehen. Er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Herr schickt Natan zu David, um seine Sünde anzuklagen und ihn zur Reue zu bewegen. Das ist die Aufgabe, die den Propheten und dem Wort Gottes obliegt. Denn oft lässt uns der Stolz blind werden und hindert uns auch daran, die Sünde zu sehen, der wir verfallen sind. Wir haben es nötig, dass das Wort uns die Sünde zeigt und unser Herz auf dem Weg der Bekehrung erleuchtet. Dazu genügt es nicht, die Schuld einfach anzuprangern. Denn der Herr will nicht den Tod des Sünders, sondern er will, dass er sich bekehrt und am Leben bleibt. Um David den Abgrund verständlich zu machen, in den er gefallen ist, erzählt Natan ihm das Gleichnis von einem reichen Mann, der dem Armen das einzige Schaf raubt, das dieser besitzt. David reagiert heftig und spricht sofort das Urteil, indem er bekräftigt, dass derjenige, der eine solche Tat begangen hat, das Geraubte vierfach ersetzen soll – wie vom Gesetz gefordert (vgl. Ex 22,3); anderswo ist sogar vom siebenfachen Ersatz die Rede (Spr 6,31) – und dass er noch dazu den Tod verdient. Erstaunlicherweise erkennt sich David in der Gestalt des Übertreters nicht wieder, bis es Natan ihm klar und direkt sagt: „Du selbst bist der Mann." Es genügt im Allgemeinen nicht, nur einmal auf das Wort Gottes zu hören, sondern wir müssen es häufig hören und es uns vom Propheten erklären lassen. So erklärt Natan dann David auch die Bedeutung des Gleichnisses, indem er ihm zunächst aufzählt, mit welch reichen Gaben Gott ihn beschenkt hatte (2 Sam 12,7-8) und ihm dann verdeutlicht, wie er trotzdem „das Wort des Herrn verachtet" und getan hat, was ihm missfällt (2 Sam 12,9). Diese Worte Natans haben die gewünschte heilsame Wirkung. Nun wird David alles klarer. Anders als Saul, dem Samuel seinen Ungehorsam vorhält (1 Sam 13,7-14; 15,9-29), versucht David nicht, sich zu rechtfertigen, wie wir es im Allgemeinen tun. Er nimmt das Urteil des Wortes Gottes entgegen, und gesteht seine Sünde ein mit den Worten: „Ich habe gegen den Herrn gesündigt." Gegenüber dem Propheten bekennt David seine Sünde, und der Herr verzeiht ihm durch Natans Worte. In der Begegnung mit Natan weiß David mit Gewissheit, dass der Herr ihm vergeben hat. Wir brauchen den Gesandten Gottes, um unsere Sünden zu bekennen. Denn das Wort des Propheten sichert uns, ebenso wie David, zu: „Der Herr hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben." Johannes Chrysostomus merkt dazu an: „Bedenke, dass Gott langsam im Strafen und schnell im Retten ist." Der Text merkt sodann an, dass „Natan nach Hause ging" und David alleine vor dem Herrn blieb. Die Tradition Israels legt David Psalm 51 in den Mund, den bekanntesten und eindringlichsten der sieben Bußpsalmen. Doch dadurch wird der Schaden nicht beseitigt, den die Sünde über das ganze Haus Davids gebracht hat. Der Sohn, den Batseba ihm gebiert, wird krank und sein Leben neigt sich dem Ende zu. David verbringt die sieben Tage der schweren Krankheit des Kindes mit Flehen zu Gott und strengem Fasten; er schläft in dieser Zeit auf der bloßen Erde. Er hofft, dass Gott Mitleid hat und den Neugeborenen am Leben lässt. Nach dem Tod des Kindes unterwirft er sich voll Vertrauen dem Willen Gottes, „ging zum Haus des Herrn und warf sich nieder" (2 Sam 12,20).


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