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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Bischof und Märtyrer Polykarp, einen Jünger des Apostels Johannes (+ 155).


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Buch Jesaja 1,10.16-20

Hört das Wort des Herrn, ihr Herrscher von Sodom! Vernimm die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra! Wascht euch, reinigt euch! Laßt ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen! Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat, spricht der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle. Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes genießen. Wenn ihr aber trotzig seid und euch weigert, werdet ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Wir sollen diese Fastenzeit als Zeit der Reue und Umkehr leben. In diesem Zusammenhang schlägt uns die Liturgie diesen Abschnitt des Propheten Jesaja vor. In seinen ersten Worten weist der Prophet auf das Herz des biblischen Glaubens hin, nämlich auf das Hören von Gottes Wort. Jesaja wendet sich an die politischen Oberhäupter, die er als „Herrscher von Sodom" bezeichnet, und dann an die Frevler, die er „Volk von Gomorra" nennt. Wahrscheinlich waren sie im Innenhof des Tempels versammelt und nahmen am Kult teil. Die Erwähnung der Stadt Gomorra in den Worten des Propheten ist ein Bezug auf das bevorstehende Gericht Gottes über das Volk von Jerusalem. Alle ermahnt er mit strengen Worten: „Hört das Wort des Herrn... Vernimm die Weisung unseres Gottes." Der Herr wendet sich nicht mit allgemeinen Mahnworten an das Volk. Auch das Volk darf nicht oberflächlich vor Gott hintreten, als handele es sich um ein bloßes Ritual. Die Beziehung zwischen Gott und dem Volk beinhaltet eine Verantwortung. In der Schrift macht der Herr immer wieder deutlich, dass er keinen ritualisierten Kult losgelöst von der Suche nach Gerechtigkeit und von der Liebe zu den Armen liebt. Der Prophet gibt Gottes Gedanken wieder: „Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun!" Dann fügt er hinzu: „Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!" Das ist die angemessene Gottesverehrung. Denn es darf keine Trennung zwischen dem liturgischen Dienst am Altar des Tempels (und der Kirchen) und dem Dienst der Gerechtigkeit und Zuwendung zu den Armen geben. Beide Dienste sind untrennbar miteinander verbunden. Wer sie erfüllt, hat Zugang zum unerschöpflichen Erbarmen, das von aller Sünde befreit. Daher sagt der Herr: „Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee." Dieser Sieg der Liebe Gottes über alle Sünden wird Wirklichkeit, wenn wir uns von ihm umarmen lassen, wenn wir uns von ihm lieben und unterweisen lassen: „Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes genießen." Die Fastenzeit ist die günstige Gelegenheit, uns vom Herrn lieben und reinigen zu lassen.


23/02/2016
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