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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Buch Numeri 21,4-9

Die Israeliten brachen vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut, es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig. Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben. Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, daß er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk. Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht. Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der heutige Abschnitt aus dem Buch Numeri berichtet von einem der schwierigsten Augenblicke auf dem Weg des Volkes Israel durch die Wüste. Durch Mühen entkräftet zeigen die Israeliten Gott und Mose gegenüber ihre ganze Unzufriedenheit. Es geht so weit, dass sie sogar der Zeit der Knechtschaft in Ägypten nachtrauern: „Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig." Man trauert der Vergangenheit nach, wenn der Traum verblasst, wenn man auf die Vision und das Vorhaben verzichtet, an dem Gott Anteil schenken möchte. Dann wird man verschlossen, lässt allem und allen gegenüber Engherzigkeit, Resignation, Nostalgie nach der Vergangenheit und Jammern aufkommen. Dann kommen die Giftschlangen, beißen überall und töten die Leute. Nicht Gott sendet die Schlangen, wir selbst verbreiten das Gift im Lager und werden letztlich mit unseren Zungen wie diese Giftschlangen, die sogar den Tod bringen. Wie oft bringt man sich leider unter Menschen, Gruppen, Stämmen und Völkern auch nur durch Worte gegenseitig um und ist nicht einmal zum Dialog fähig! Im Bewusstsein der Sünde wenden sich die Israeliten schließlich an Mose, damit er beim Herrn Fürsprache einlegt. Wieder einmal greift der Herr ein. Er lässt eine Schlange aus Kupfer anfertigen und im Lager aufstellen. Wer sie ansieht, nachdem er gebissen wurde, wird am Leben bleiben. Die Wüste, die zu einem Ort des Todes geworden war, auch wegen des Giftes, das die Menschen untereinander verbreiten, wird durch diese an einer Fahnenstange aufgehängte Schlange in einen Ort des Heils verwandelt. Wenn wir die abschließenden Worte dieser Bibelstelle hören, werden wir direkt auf das Kreuz hingewiesen, das in wenigen Tagen auf dem Golgota aufgerichtet wird und das wir alle betrachten und im Herzen aufnehmen sollen. In dieser Fastenzeit sind die uns täglich begleitenden Bibelabschnitte eine wirksame Hilfe, um unsere Augen zu reinigen und auf den zu blicken, der zu unserem Heil durchbohrt wurde.


15/03/2016
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