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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 7,51-8,1a

Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Heiligen Geist widersetzt, eure Väter schon und nun auch ihr. Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid, ihr, die ihr durch die Anordnung von Engeln das Gesetz empfangen, es aber nicht gehalten habt. Als sie das hörten, waren sie aufs äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen. Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß. So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er. (a) Saulus aber war mit dem Mord einverstanden. (b) An jenem Tag brach eine schwere Verfolgung über die Kirche in Jerusalem herein. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut, mit Ausnahme der Apostel.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Mit der Steinigung des Stephanus beginnt die Geschichte der christlichen Märtyrer. Bis in den Tod ahmt er Jesus nach. Lukas überliefert seine letzten Worte, die denen ähneln, die Jesus am Kreuz gesprochen hatte: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!" Stephanus sinkt, auch weil er durch die Steinwürfe verletzt ist, in die Knie und betet: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!" Danach stirbt er, sagt der Verfasser mit kurzen Worten, um den gewaltsamen und dramatischen Tod weniger grausam erscheinen zu lassen. Stephanus ist der erste Märtyrer einer unendlich langen Reihe von Märtyrern, deren Zahl im 20. Jahrhundert den bisherigen Höhepunkt in der Kirchengeschichte erreicht hat. Der Märtyrer geht keine Kompromisse mit der egoistischen Mentalität dieser Welt ein. Deshalb wird er mit Gewalt aus ihr vertrieben. Das war auch bei Jesus der Fall. Er konnte nicht in Betlehem geboren werden, sondern außerhalb der Stadt. Er ging nach Nazaret, dort schleppte man ihn zum Abhang vor die Stadt, um ihn zu töten. Schließlich wird er in Jerusalem vor die Stadtmauer hinausgeführt und gekreuzigt. Der Märtyrer ist ein Zeuge für die Liebe des Evangeliums bis zur äußersten Grenze der Liebe, nämlich dem Blutvergießen. In der Nachfolge Jesu vergibt Stephanus denen, die ihn töten. Wie für Jesus gibt es auch für ihn keine Feinde. Er betet sogar für seine Verfolger, damit sie in sich gehen und ihr Herz bekehren. Für die Welt ist es einfach und normal, die Feinde, oder besser die angeblichen Feinde zu hassen. Doch die Welt hat es unbedingt nötig, von der unvorstellbaren Gewalt befreit und mit Vergebung und Liebe angefüllt zu werden. Der Gekreuzigte erlöst die Welt, nicht die Kreuziger. Wir können hinzufügen, dass die vielen Märtyrer aller Zeiten die Welt vor der Zerstörung bewahrt haben und weiter bewahren. Paulus war bei dem Martyrium anwesend. Er hatte ihm zugestimmt und sogar die Verfolgung der Christen fortgesetzt. Vielleicht war er der Erste, dem das Gebet des Stephanus zu Hilfe kam.


12/04/2016
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