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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an die Apostel Philippus und Jakobus.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 16,27-40

Als der Gefängniswärter aufwachte und alle Türen des Gefängnisses offen sah, zog er sein Schwert, um sich zu töten; denn er meinte, die Gefangenen seien entflohen. Da rief Paulus laut: Tu dir nichts an! Wir sind alle noch da. Jener rief nach Licht, stürzte hinein und fiel Paulus und Silas zitternd zu Füßen. Er führte sie hinaus und sagte: Ihr Herren, was muß ich tun, um gerettet zu werden? Sie antworteten: Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus. Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus das Wort Gottes. Er nahm sie in jener Nachtstunde bei sich auf, wusch ihre Striemen und ließ sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen. Dann führte er sie in seine Wohnung hinauf, ließ ihnen den Tisch decken und war mit seinem ganzen Haus voll Freude, weil er zum Glauben an Gott gekommen war. Als es Tag wurde, schickten die obersten Beamten die Amtsdiener und ließen sagen: Laß jene Männer frei! Der Gefängniswärter überbrachte Paulus die Nachricht: Die obersten Beamten haben (die Amtsdiener) hergeschickt und befohlen, euch freizulassen. Geht also, zieht in Frieden! Paulus aber sagte zu ihnen: Sie haben uns ohne Urteil öffentlich auspeitschen lassen, obgleich wir römische Bürger sind, und haben uns ins Gefängnis geworfen. Und jetzt möchten sie uns heimlich fortschicken? Nein! Sie sollen selbst kommen und uns hinausführen. Die Amtsdiener meldeten es den obersten Beamten. Diese erschraken, als sie hörten, es seien römische Bürger. Und sie kamen, um sie zu beschwichtigen, führten sie hinaus und baten sie, die Stadt zu verlassen. Vom Gefängnis aus gingen die beiden zu Lydia. Dort fanden sie die Brüder, sprachen ihnen Mut zu und zogen dann weiter.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn wir mit ihm sterben,
werden wir mit ihm leben,
wenn wir mit ihm ausharren,
werden wir mit ihm herrschen.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In den frühen Jahren des Christentums kamen die Christen häufig ins Gefängnis. Jedes Mal, wenn die Feinde des Evangeliums die Predigt zum Verstummen bringen wollten, warfen sie die Jünger Jesu ins Gefängnis. Man könnte von einer seltsamen Nähe zwischen Evangelium und Gefängnis sprechen. Vielleicht betont Matthäus deshalb die Pflicht nicht nur der Jünger, sondern aller, die Gefangenen zu besuchen. Für die Christen war dies in den ersten Jahrzehnten eine Erfahrung, die sie häufig machten. Aber so war es auch in späteren Zeiten. Besonders massiv wurden Christen damit in den totalitären Regimes des 20. Jahrhunderts mit ihren Gulags und Vernichtungslagern konfrontiert. Es ist deshalb äußerst wichtig, dass Christen sich heute dafür einsetzen, Trost in die Gefängnisse zu bringen, vor allem dorthin, wo das Leben mehr als unmenschlich ist. Paulus und Silas lösten nicht nur eine Erschütterung der Grundmauern und der Fesseln aus, sie erschütterten auch das Herz des Gefängniswärters und seiner ganzen Familie, so dass diese sich zum Evangelium bekehrten. Die Liebe verändert auch das, was unmöglich erscheint. Jedes Mal, wenn das Evangelium in die Tat umgesetzt wird, sind wir alle Zeugen von Wundern, die uns zuvor unvorstellbar erschienen. Diese Begebenheit, die mit dem Beginn der Verkündigung des Evangeliums in Europa in Zusammenhang steht, ruft das in Erinnerung, was Jesus widerfuhr: Das Evangelium stößt immer auf Widerstand und bringt doch Früchte der Befreiung hervor. Das Christentum befindet sich immer im Todeskampf, mit anderen Worten, es fordert immer zum Kampf heraus, der an erster Stelle im Inneren ausgetragen wird. Es ist ein Kampf, der im Herzen eines jeden von uns beginnt. Im Herzen nämlich findet der erste Kampf zwischen dem Stolz und dem Evangelium statt, zwischen der Eigenliebe und der Liebe zu den anderen. Hier beginnt die Veränderung der Welt. Jedes Mal wenn wir das Evangelium in unserem Herzen gewinnen lassen, sehen wir sofort die Früchte, die es für die anderen um uns hervorbringt. Die Erfahrung, die Paulus und Silas im Hause des Gefängniswärters und seiner Familie gemacht haben, kann auch unsere Erfahrung werden.


03/05/2016
Gedenken an die Apostel


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