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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief des Petrus 1,3-9

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll. Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müßt. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, daß er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird (eurem Glauben) Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi. Ihn habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude, da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief beginnt mit dem Namen, den der Apostel von Jesus erhalten hat: Petrus. Fels zu sein, war eine Bezeichnung, die im Allgemeinen Gott vorbehalten war, doch Jesus schenkt sie auch einem armen und schwachen Mann, wie Simon einer war, nachdem dieser seinen Glauben bekannt hatte. Petrus, dem Jesus die Aufgabe gegeben hat, seine Schafe zu weiden, wendet sich von Rom aus mit diesem Brief an die Christen jener Gemeinden, die sich im Gebiet der heutigen Türkei befanden, um sie im Glauben zu stärken, während sie von Verfolgung heimgesucht wurden. Dies ist eine Art und Weise, um jene universale Liebe auszudrücken, die die Jünger Jesu kennzeichnet, ausgehend vom Ersten der Apostel. Petrus nennt die Christen die Auserwählten Gottes, und vielleicht sagt er gerade deshalb, dass sie als Fremde in der Zerstreuung leben.
Deshalb sind die Christen dazu berufen, an der neuen Gemeinschaft der Gläubigen teilzuhaben, die durch die Auferstehung Jesu entstanden ist. Sie sind neu geboren „zu einer lebendigen Hoffnung, um das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe zu empfangen". Der Apostel preist Gott für die große Gabe, die er den Gläubigen geschenkt hat, nämlich die Zusicherung einer Hoffnung, die über den Tod hinausgeht und das Leben Gottes erreicht. Die christliche Hoffnung, sagt Petrus, ist kein leeres und ungewisses Versprechen. Sie ist ein Geschenk schon von heute an und wird sich auch in der Zukunft verwirklichen. Sie ist der Same der Auferstehung, der in das Herz der Gläubigen gelegt worden ist. Durch die Auferstehung werden sie erlöst und neu geschaffen. Von jetzt an hoffen sie für die Verzweifelten und nehmen Anteil an ihrer Bedrängnis, um so viele wie möglich von der Sklaverei der Sünde zu befreien. Der Apostel ermahnt die Gläubigen, das endgültige Ziel vor Augen zu haben, in der Gewissheit, dass der Herr sie vor den Angriffen des Bösen beschützt bis zur Offenbarung des Himmelreiches in seiner ganzen Fülle. Der Apostel ermuntert die Christen, die von den Widerständen der Welt auf die Probe gestellt werden, sich dadurch nicht entmutigen zu lassen, sondern sich vielmehr zu freuen, er schreibt: „Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst." Die Prüfungen, die das Leben mit sich bringt, dienen der Reinigung des Lebens der Jünger, so wie das Feuer das Gold von den Schlacken befreit. Schon im Buch der Weisheit heißt es: „Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand … Denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig. Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt" (Weish 3,1-7). Diese Reinigung soll die Jünger Jesus ähnlich machen. Auf ihn sollen sie schauen. Der Apostel schreibt an sie: „Ihn habt ihr nicht gesehen und dennoch liebt ihr ihn." Doch mit den Augen des Herzens kann man das Antlitz Jesu sehen. Vielleicht schrieb Petrus dies, weil er wollte, dass die Christen die Erfahrung machen sollten, die er machte, als sich in der Nacht des Verrats sein Blick mit dem des Meisters traf oder als er am Ufer des Sees von Galiläa über die Liebe befragt wurde: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?", und Petrus antwortete: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe" (Joh 21,15-17). Wenn man den Blick auf das Antlitz Jesu richtet, so ist das eine Quelle „unsagbarer … Freude" und eine Hilfe, um das Seelenheil zu erreichen. Der Apostel hat das Heil der ganzen christlichen Gemeinschaft im Blick. Jeder Jünger sollte sich darum sorgen. Das Heil der Gemeinschaft muss die erste Sorge eines jeden Gläubigen sein, so war das auch bei den alten Propheten, die danach strebten und deshalb Tag und Nacht über die heilige Schrift nachdachten (Ps 1,2). Dieser Geist, der schon die Propheten führte, ist auch heute am Werk. Immer wenn die Gläubigen im Herzen das Evangelium aufnehmen, werden sie vom Geist geführt, um das Geheimnis des Heils zu verstehen, das verborgen ist und das der Vater seinen Kindern offenbart.


23/05/2016
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