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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Bischof Augustinus von Canterbury (+ ca. 605), den Vater der englischen Kirche.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief des Petrus 4,7-13

Das Ende aller Dinge ist nahe. Seid also besonnen und nüchtern, und betet! Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander; denn die Liebe deckt viele Sünden zu. Seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren. Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Wer redet, der rede mit den Worten, die Gott ihm gibt; wer dient, der diene aus der Kraft, die Gott verleiht. So wird in allem Gott verherrlicht durch Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen. Liebe Brüder, laßt euch durch die Feuersglut, die zu eurer Prüfung über euch gekommen ist, nicht verwirren, als ob euch etwas Ungewöhnliches zustoße. Statt dessen freut euch, daß ihr Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

„Das Ende aller Dinge ist nahe", schreibt Petrus in seinem Brief. Er spricht davon nicht als Unglück, das man erleidet, sondern als großes Ereignis, zu dem man ohne Zögern mit Furcht, aber auch mit Freude gehen soll. Man muss wachsam sein, wenn man diesen Moment als günstige Zeit begreifen will. Das Ende aller Dinge kann man jedoch nicht auf einen Zeitpunkt verschieben, der weit von unserer Existenz entfernt liegt. Das Ende der Welt muss auch in Bezug zum Ende unserer Tage gesehen werden. Jeder Tag ist sogar in gewisser Weise für uns der letzte Moment, der Tag, der nicht wiederkehrt und daher auf seine Weise entscheidend und endgültig ist. Die Christen müssen jeden Tag so leben, als wäre es der letzte, auch weil wir nicht wissen, wann der Tod kommen wird. Die Wachsamkeit darf deshalb nicht nur einen Moment lang dauern, sondern muss für immer andauern, jeden Tag. Doch wachsam ist man nicht auf abstrakte Weise oder indem man sich irgendwohin zurückzieht. Man ist wachsam, wenn man beharrlich im Gebet ist und die Liebe lebt. Der Apostel fügt zu unserem Trost hinzu, dass die Liebe viele Sünden zudeckt. Der einzige Weg, um den Hass zu überwinden, der die Menschen voneinander trennt, ist die Liebe. Wer die Brüder und Schwestern liebt, wer den Armen und Schwachen dient, wer sich um die anderen kümmert, bereitet auch seine eigene Rettung vor. Diese Überzeugung findet sich in der gesamten spirituellen Tradition der Kirche. Jesus selbst hat dies deutlich gemacht, als er sagte, dass das Heil von der Liebe zu den Armen abhängt, wie er es im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums erklärt. Wir sind alle dazu aufgerufen, unser Leben für die Armen hinzugeben. Von den vielen Möglichkeiten, der Gemeinde zu dienen, verweist Petrus auf zwei, die sich bereits in der Apostelgeschichte wiederfinden: auf den Dienst am Wort Gottes und den Dienst an den Tischen. Dies ist eine Einladung, die zentrale Bedeutung des Gebets und der Nächstenliebe wiederzuentdecken, diese beiden Wege, auf denen das Heil kommt. Zum zweiten Mal nennt der Apostel diese Christen, die Verfolgungen erlitten, „liebe Brüder", gleichsam um ihnen seine Zuneigung zu zeigen. Vielleicht ist die Gewalt, der sie ausgesetzt sind und die Paulus mit einer Feuersglut vergleicht, besonders grausam. Er fordert sie auf, sich dadurch nicht verwirren zu lassen, denn es ist normal, wenn Christen in ihrem Leben leiden müssen; hierin zeigt sich, dass dem Evangelium widersprochen wird. Er fügt sogar hinzu, dass sie sich darüber freuen sollen, denn so haben sie Anteil am Leiden Jesu. Das ist der Weg, den die Jünger gehen müssen, um seinen Ruhm und seine Auferstehung zu erhalten. Kein Schmerz ist umsonst, kein Opfer ist verloren in den Augen Gottes. Es gibt ein Geheimnis im Leiden, das die heilbringende Wahrheit des Kreuzes zeigt. Vom Kreuz geht das Heil aus. Die Jünger Jesu sind aufgerufen, an den Leiden Christi Anteil zu nehmen und mit ihm für die Rettung der Welt zu arbeiten.


27/05/2016
Gedenken an den gekreuzigten Jesus


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