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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Hosea 8,4-7.11-13

Sie setzen Könige ein, aber gegen meinen Willen; sie wählen Fürsten, doch ich erkenne sie nicht an. Sie machen sich Götzen aus ihrem Silber und Gold - wohl damit es vernichtet wird. Samaria, dein Kalb ist verworfen. Mein Zorn ist entbrannt gegen sie; wie lange noch sind sie unfähig, sich zu läutern? Denn wer sind Israel und das Kalb? Ein Handwerker hat das Kalb gemacht, und es ist kein Gott. Ja, zersplittert soll es am Boden liegen, das Kalb von Samaria. Denn sie säen Wind, und sie ernten Sturm. Halme ohne Ähren bringen kein Mehl. Und wenn sie es bringen, verschlingen es Fremde. Efraim hat viele Altäre gebaut, um sich zu entsündigen, doch die Altäre sind ihm zur Sünde geworden. Ich kann ihnen noch so viele Gesetze aufschreiben, sie gelten ihnen so wenig wie die eines Fremden. Schlachtopfer lieben sie, sie opfern Fleisch und essen davon; der Herr aber hat kein Gefallen an ihnen. Jetzt denkt er an ihre Schuld und straft sie für ihre Sünden: Sie müssen zurück nach Ägypten.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Im heutigen Abschnitt klagt der Prophet Hosea die Spaltung an, derer das Nordreich sich schuldig gemacht hatte, als Jerobeam entschieden hatte, sich vom Königshaus David zu lösen und Könige zu wählen, die nicht zu der von Gott erwählten Sippe gehörten. Diese verleiteten das Volk zum Götzendienst, indem sie Bilder wie das des goldenen Kalbes aus der Wüste schufen, die sie den Gläubigen zur Anbetung darboten. Die Widersinnigkeit des Götzendienstes wird vom Propheten klar erfasst, wenn er sich über die von Gott geschaffenen Machwerke lustig macht: „Ein Handwerker hat das Kalb gemacht, und es ist kein Gott." Wegen seiner Verlogenheit führt der Götzendienst unweigerlich ins Verderben: „Sie säen Wind, und sie ernten Sturm." Diesen Ausdruck gebraucht man noch heute, um die schlimmen Folgen falscher Entscheidungen zu betonen. Der Götzendienst führt dazu, dass die Götzen und die Kulte sich vermehren. Doch im Herzen der Gläubigen ändert sich nichts. Vielmehr führt die Vielfalt der Kulte dazu, dass man nur einen Altar und einen einzigen Kult aufrichtet, den Altar des Ichs. Dies ist der auch heute immer weiter verbreitete Kult, den einige „Götzendienst am Ich" nennen, nämlich der Ichkult, die Anbetung seiner selbst und der Selbstverwirklichung. Die Egozentrik führt dazu, dass man stolz wird, dass das Herz sich verschließt und dass man Gott vergisst, weil man voll und satt von sich selbst ist. Zudem sind Reichtum und Sattheit, woran uns auch die Worte der Propheten erinnern, der Ursprung der Ungerechtigkeiten und der Gewalttaten, die in der Gesellschaft immer weiter zunehmen: „Israel hat seinen Schöpfer vergessen und große Paläste gebaut, Juda hat viele Festungen errichtet. Doch ich sende Feuer in seine Städte; es soll seine Paläste verzehren" (Hos 8,14), sagt der Herr. Denn der Wohlstand hat keinen Bestand, sondern wird schnell verzehrt. Jesus mahnt im Gleichnis vom törichten Reichen, der seine Scheunen vergrößern wollte, um all seine Reichtümer unterzubringen: „Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch auf Grund seines großen Vermögens im Überfluss lebt" (Lk 12,15). Jesus lädt seine Zuhörer vielmehr dazu ein, lieber vor Gott Schätze zu sammeln (Lk 12,21). Der Herr vergisst uns nicht und hilft uns zu verstehen, dass der einzig wahre Reichtum seine Freundschaft ist. Sie lässt uns in der Liebe leben und macht uns reich vor ihm.


05/07/2016
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