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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den Patriarchen Athenagoras von Konstantinopel (1886–1972), einen der Väter des ökumenischen Dialogs. Die Muslime feiern in diesen Tagen das Ende des Fastenmonats Ramadan (Id al-Fitr).


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Hosea 11,1-4.8-9

Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten. Je mehr ich sie rief, desto mehr liefen sie von mir weg. Sie opferten den Baalen und brachten den Götterbildern Rauchopfer dar. Ich war es, der Efraim gehen lehrte, ich nahm ihn auf meine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, daß ich sie heilen wollte. Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe. Ich war da für sie wie die (Eltern), die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen. Wie könnte ich dich preisgeben, Efraim, wie dich aufgeben, Israel? Wie könnte ich dich preisgeben wie Adma, dich behandeln wie Zebojim? Mein Herz wendet sich gegen mich, mein Mitleid lodert auf. Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Efraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der heutige Abschnitt beschreibt die väterliche und mütterliche Sorge Gottes um Israel, seinen Sohn. Er gehört zu den zärtlichsten und anrührendsten Abschnitten der gesamten Heiligen Schrift. Papst Franziskus erwähnt in seiner Verkündigungsbulle des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit mehrere Stellen dieses Textes: „… mein Mitleid lodert auf", so sagt Gott, als er auf Israel blickt. Er zeigt sich als überaus fürsorglicher Vater seines Volkes seit der Zeit, als Israel ein Kind war: „Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten." Der Prophet lässt die Geschichte der Erwählung Israels mit der Befreiung aus Ägypten beginnen. So finden wir schon im Buch Exodus das Bild von Gott als Vater: „Israel ist mein erstgeborener Sohn" (Ex 4,22). Hier nun hören wir die Klage eines Vaters, der von seinem Sohn trotz seiner innigen Liebe zu ihm verraten wurde. Gottes Ruf, mit dem dieser Abschnitt beginnt, entspringt einem leidenschaftlichen Herzen, das diesem Sohn eine außergewöhnliche Mission anvertrauen will. Deshalb befreit er ihn aus der Sklaverei und umsorgt ihn auf den verschiedenen Schritten seines Lebens, er lässt ihn wachsen, er lehrt ihn gehen, indem er ihn bei der Hand nimmt, er zieht ihn mit Banden der Liebe an sich, er beugt sich, um ihn zu ernähren. Was hat der Vater nicht alles für seinen Sohn getan! Und doch erlebt er nichts als Verrat. Diesen Abschnitt können wir auch auf uns beziehen. Der Herr hat sich auch unser angenommen. Sein Ruf hat uns zu Gliedern seines Volkes, seiner Familie, der Gemeinschaft der Gläubigen gemacht. Auch haben wir eine Mutter, die Kirche. Die frühen Kirchenväter sagten: „Man kann Gott nicht zum Vater haben, wenn man nicht die Kirche zur Mutter hat." Das ist das große Geschenk, das Gott uns gemacht hat. Doch verhalten auch wir uns häufig wie Israel, wenn wir weiter unseren Instinkten folgen und uns so von Gott entfernen. Doch der Herr verzichtet nicht auf seinen Traum für uns, nämlich uns von den zahlreichen Sklavereien der Welt zu befreien, damit wir unter allen Völkern Zeugen einer außergewöhnlichen Liebe sind. Trotz unseres Verrates kehrt der Herr zurück, um uns zu rufen, uns nachzulaufen, zu vergeben und uns zu ihm hinzuziehen. Kein Vater in der Welt würde sich weiter wie Gott verhalten. Doch Gott lässt sich unaufhörlich rühren und bekräftigt: „Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken". Noch immer erbebt er vor Liebe zu uns. Er geht uns nach und spricht zu uns, bis wir zu ihm umkehren und uns von seiner Liebe umschließen lassen.


07/07/2016
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