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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den Propheten Elija, der in den Himmel entrückt wurde und Elischa seinen Mantel überließ.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 1,1.4-10

Die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus der Priesterschaft zu Anatot im Land Benjamin. Das Wort des Herrn erging an mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Da sagte ich: Ach, mein Gott und Herr, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung. Aber der Herr erwiderte mir: Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir um dich zu retten - Spruch des Herrn. Dann streckte der Herr seine Hand aus, berührte meinen Mund und sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund. Sieh her! Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gott berief Jeremia in einem schwierigen Moment der Geschichte seines Volkes zum Propheten. Der Text drückt die besondere Liebe des Herrn für Jeremia aus, mit der er seit dem Tag seiner Geburt auf ihn schaut. Der Herr erwählt keinen Menschen zum Propheten, der schon vorbereitet gewesen wäre: Jeremia ist noch jung und hat keine Bildung genossen, die ihn dazu befähigt hätte, in der Öffentlichkeit zu sprechen, wie es ein Prophet zu tun hat. Jeremia nimmt seine besondere Situation zum Vorwand, um die Aufgabe zurückzuweisen, umso mehr als er versteht, wie weit die Berufung geht, für die Gott ihn auserwählt hat. Sie ist für ihn so unvorstellbar, dass sie ihn erzittern lässt. Der Herr nimmt die Begründungen Jeremias ernst und die Ängste, die aus Jeremias Worten sprechen, doch er bekräftigt seine Entscheidung, ihn zum Propheten zu berufen. Er beruhigt ihn, indem er ihm verspricht, dass er ihn nicht verlassen und immer mit ihm sein werde: „Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten". Vor allem wird Gott selbst ihm die Worte in den Mund legen, die er aussprechen soll. Was Jeremia hier geschieht, ereignet sich bei jedem Jünger, der dazu berufen ist, nicht das eigene Wort, die eigenen Ideen zu verkünden, sondern das Evangelium, das Wort Gottes, auch in den schwierigsten Momenten, so wie Jesus selbst zu seinen Jüngern sagen wird: „Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden" (Mt 10, 19-20). Gott verwandelt unser Herz aus Stein in ein Herz aus Fleisch und öffnet unseren verschlossenen Mund, sodass wir fähig werden zu sprechen. Wir brauchen keine Angst zu haben. Sicher müssen wir unser Herz und unsere Lippen wie Jeremia berühren lassen, damit wir mit Vollmacht sprechen können. Der Jünger ist vor allem zum freiwilligen Hören auf Gott gerufen. Er selbst wird dafür sorgen, dass sein Wort auf unseren Lippen ist und seine Wirkung entfaltet. Der Glaube an das Evangelium und an seine verändernde Kraft ist entscheidend: „Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen." Das ist die Kraft des Evangeliums, das gehört und voller Glauben gepredigt wird. Es verändert die Geschichte der Menschen.


20/07/2016
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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