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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 2,1-3.7-8.12-13

Das Wort des Herrn erging an mich: Auf! Ruf Jerusalem laut ins Ohr: So spricht der Herr: Ich denke an deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist, im Land ohne Aussaat. Heiliger Besitz war Israel dem Herrn, Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon aß, machte sich schuldig, Unheil kam über ihn - Spruch des Herrn. Ich brachte euch dann in das Gartenland, um euch seine Früchte und Güter genießen zu lassen. Aber kaum seid ihr dort gewesen, da habt ihr mein Land entweiht und mir mein Eigentum zum Abscheu gemacht. Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Die Hüter des Gesetzes kannten mich nicht, die Hirten des Volkes wurden mir untreu. Die Propheten traten im Dienst des Baal auf und liefen unnützen Götzen nach. Entsetzt euch darüber, ihr Himmel, erschaudert gewaltig - Spruch des Herrn. Denn mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Diese Seite ist wie ein lauter Ruf Gottes an sein Volk, damit es aus dem Schlaf erwache und sich an die Geschichte seiner Liebe zum Volk erinnere. Gregor der Große sagte, die Heilige Schrift sei der Liebesbrief Gottes an uns. Immer, wenn wir auf sie hören, können wir tatsächlich voller Freude die große Liebe verstehen, mit der der Herr auf unser Leben geschaut hat, und wir können erkennen, mit welch liebevoller Sorge er uns umgibt. Gott hat uns zu sich gezogen und wir sind ihm gefolgt. Gott verspürt das Verlangen, die Liebe zu seinem Volk durch den Propheten hinauszuschreien, damit es nicht die große Geschichte der Barmherzigkeit vergisst, die es mit dem Herrn erlebt hat. Leider fällt es dem Volk Israel, wie auch uns, sehr leicht, die Aufmerksamkeit auf das eigene Guthaben bei den anderen zu lenken. Es kommt vor, dass auch wir es wagen, uns wie der Pharisäer im Gleichnis des Evangeliums vor Gott hinzustellen, um voller Stolz auf unsere Verdienste hinzuweisen, und dabei die Gaben und die Gnade vergessen, die wir erhalten haben. Wie oft wiederholen auch wir, was Israel damals tat. Auf dem Weg durch die Wüste ließ es sich von Gott führen und erfuhr dabei dessen Barmherzigkeit. Als es aber im verheißenen Land angekommen war, richtete es sich im sicheren Leben ohne ihn ein. Leidenschaftlich suchte das Volk seinen eigenen Reichtum und Wohlergehen für sich selbst. Diese Haltung führte dazu, dass es Gott und seine Barmherzigkeit vergaß. Stolz und Selbstzufriedenheit lassen das Werk Gottes vergessen und führen unvermeidlich zur Entfernung von ihm. Doch Gott fordert eine Antwort von seinem Volk: „Was fanden eure Väter Unrechtes an mir, dass sie sich von mir entfernten, nichtigen Göttern nachliefen und so selbst zunichtewurden?" Ja wirklich, welches Unrecht könnten wir wohl in Gott finden, sodass wir ihn aufgeben und uns selbst nachlaufen sollten? Wir haben es nötig, uns diese Frage zu stellen. Andernfalls könnten wir einst mit leeren Händen dastehen, als Menschen, die es vorgezogen haben, sich selbst zu folgen, anstatt auf den Herrn zu hören. Vielleicht ist die Enttäuschung vieler Momente die Folge eines Lebens, in dem der Herr wenig zählt, weil wir alle sehr von uns selbst eingenommen sind.


21/07/2016
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