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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Nunzia, eine Frau mit geistiger Behinderung, die in Neapel gestorben ist, und mit ihr an alle Menschen mit geistiger Behinderung, die im Herrn entschlafen sind.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 26,11-16.24

Die Priester und Propheten sagten zu den Beamten und zum ganzen Volk: Dieser Mann hat den Tod verdient; denn er hat gegen diese Stadt geweissagt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt. Jeremia aber erwiderte allen Beamten und dem ganzen Volk: Der Herr hat mich gesandt, damit ich als Prophet gegen dieses Haus und diese Stadt alle Worte verkünde, die ihr gehört habt. Nun also, bessert euer Verhalten und euer Tun, und hört auf die Stimme des Herrn, eures Gottes! Dann wird den Herrn das Unheil reuen, das er euch angedroht hat. Ich selbst bin in eurer Hand; macht mit mir, was ihr für gut und recht haltet. Aber das sollt ihr wissen: Wenn ihr mich tötet, bringt ihr unschuldiges Blut über euch, über diese Stadt und ihre Einwohner. Denn der Herr hat mich wirklich zu euch gesandt, damit ich euch alle diese Worte in die Ohren rufe. Da sagten die Beamten und das ganze Volk zu den Priestern und Propheten: Dieser Mann hat den Tod nicht verdient; denn er hat zu uns im Namen des Herrn, unseres Gottes, geredet. Ahikam jedoch, der Sohn Schafans, beschützte Jeremia, so daß man ihn nicht dem Volk auslieferte, das ihn töten wollte.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Zuerst wird berichtet, dass Jeremia in den Tempel gesandt wird. Der Herr fordert ihn auf: „Sag zu den Leuten, die aus allen Städten Judas kommen, um im Haus des Herrn anzubeten, alles, was ich dir ihnen zu verkünden, aufgetragen habe; kein Wort sollst du weglassen" (Jer 26,2). Dann fügt er hinzu: „Vielleicht hören sie und kehren um, jeder von seinem bösen Weg, so dass mich das Unheil reut, das ich ihnen wegen ihrer schlechten Taten zugedacht habe" (Jer 26,3). Dann aber sagt er: „Wenn ihr nicht auf mein Wort hört und meiner Weisung nicht folgt, die ich euch gegeben habe, wenn ihr nicht auf die Worte meiner Knechte, der Propheten hört, die ich immer wieder zu euch sende, obwohl ihr nicht hört, dann verfahre ich mit diesem Haus wie mit Schilo und mache diese Stadt zu einem Fluch bei allen Völkern dieser Erde" (Jer 26,4-6). Diese Worte des Herrn an den Propheten sind sehr hart. Er weiß, dass er sie treu an alle weitergeben muss. Denn das Schicksal der Stadt hängt davon ab, ob sie darauf hören und danach leben. Ebenso auch das Schicksal des Propheten - können wir ergänzen. Auch Jesus hat an das Prophetenschicksal erinnert: „Ich werde Propheten … senden und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen" (Lk 11, 49). Der Prophet steht daher vor einer Berufung, die dem göttlichen Wort keine Grenzen setzt. Seine Freiheit bedeutet den Mut, das zu verkünden, was der Herr ihm aufgetragen hat. Der Prophet, so wie jeder Gläubige, der ebenfalls zum Propheten berufen ist, spricht nicht mit der vorrangigen Überlegung, keine Gefahr für das eigene Leben einzugehen. Als Kind und Freund des Wortes, das ihm anvertraut wird, spricht er, ob man es hören will oder nicht, wie es der Apostel sagt. Denn er ist tatsächlich an seine Sendung gebunden und darf auf die empfangene Berufung nicht verzichten. Jeremia macht sofort die bittere Erfahrung, dass man nicht auf ihn hört. Es heißt: „Als Jeremia alles gesagt hatte, was er im Auftrag des Herrn vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk" (Jer 26,8). So sollte es auch Jesus ergehen, der von denen verhaftet wurde, die ihn nicht als Messias und Gesalbten des Herrn anerkannten. Weder Jeremia noch Jesus sprachen aus eigener Initiative und waren nicht auf ihre Unversehrtheit bedacht. Beide sprachen im Namen Gottes und wandten sich an das Herz der Menschen. Einige nahmen die Worte Jeremias jedoch auf und verstanden, dass sie dem Wohl aller dienten. Ihre Weisheit ließ sie Widerstand leisten gegen die Entscheidungen der Tempelführer, die nur die Institution erhalten wollten, die sie vertraten und kontrollierten. Jeremia entkam dem Tod. Einige hatten auf sein Wort gehört und sich von ihren schlechten Taten abgewandt, sodass sie ihn retteten. Das Wort des Herrn wurde nicht durch die schändlichen Interessen der Tempelführer zunichtegemacht. Die Welt findet ihr Heil, wenn gerechte und rechtschaffene Menschen die Stimme Gottes hören und entgegen der Verwirrung und der Lüge danach leben.


30/07/2016
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