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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an die Korinther 4,1-5

Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter von Geheimnissen Gottes. Von Verwaltern aber verlangt man, daß sie sich treu erweisen. Mir macht es allerdings nichts aus, wenn ihr oder ein menschliches Gericht mich zur Verantwortung zieht; ich urteile auch nicht über mich selbst. Ich bin mir zwar keiner Schuld bewußt, doch bin ich dadurch noch nicht gerecht gesprochen; der Herr ist es, der mich zur Rechenschaft zieht. Richtet also nicht vor der Zeit; wartet, bis der Herr kommt, der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird. Dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel Paulus will in diesem Abschnitt des Briefes sein Werk als Apostel verteidigen. Er reagiert damit auf einige wenig wohlwollende Urteile, die manche gefällt hatten, um die in der Gemeinde entstandenen Trennungen zu manifestieren. Paulus warnt, dass der apostolische Dienst – offensichtlich nicht nur seiner, sondern der eines jeden, der pastorale Verantwortung übernimmt – sich ausschließlich auf die Zugehörigkeit zu Christus und die Treue zur anvertrauten Mission gründen muss. Aus dieser Überzeugung heraus fühlt er sich nicht als Herr über das Leben der Gemeinde, sondern nur als „Diener Christi" und „Verwalter von Geheimnissen Gottes". Der Apostel sieht sich in der Perspektive dessen, der berufen ist, die Dinge Gottes zu verwalten, nicht die eigenen. Dann fügt Paulus hinzu, dass er sich keiner Schuld bewusst ist. Doch auch das genügt nicht, denn „der Herr ist es, der mich zur Rechenschaft zieht". Wenn er kommt – Paulus stellt „seinen Tag" dem menschlichen Urteil gegenüber – wird sein Gericht „der Wahrheit entsprechen" (Röm 2,2) und „die Absichten der Herzen aufdecken", also die verborgenen Gedanken. Erst dann wird der Gerechte als solcher erkannt werden und das Lob und den Lohn von Gott erhalten. Deshalb warnt der Apostel die Christen davor, die Früchte des Dienstes nach dem Maßstab der vorherrschenden Kultur zu beurteilen. Die Treue zum Evangelium ist eine Frage der inneren Integrität, nicht der sichtbaren Früchte gemäß einer weltlichen Logik. Der Apostel besteht darauf, dass niemand sich zu seinem eigenen Richter erheben darf, sondern nur der Herr die Herzen richten kann.


02/09/2016
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