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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an die heilige Mutter Teresa von Kalkutta.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an die Korinther 5,1-8

Übrigens hört man von Unzucht unter euch, und zwar von Unzucht, wie sie nicht einmal unter den Heiden vorkommt, daß nämlich einer mit der Frau seines Vaters lebt. Und da macht ihr euch noch wichtig, statt traurig zu werden und den aus eurer Mitte zu stoßen, der so etwas getan hat. Was mich angeht, so habe ich - leiblich zwar abwesend, geistig aber anwesend - mein Urteil über den, der sich so vergangen hat, schon jetzt gefällt, als ob ich persönlich anwesend wäre: Im Namen Jesu, unseres Herrn, wollen wir uns versammeln, ihr und mein Geist, und zusammen mit der Kraft Jesu, unseres Herrn, diesen Menschen dem Satan übergeben zum Verderben seines Fleisches, damit sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird. Zu Unrecht rühmt ihr euch. Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid. Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden. Laßt uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern, nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nach den ersten vier Kapiteln, die eine Art lange Einleitung des Briefes darstellen, antwortet Paulus jetzt auf einige Fragen in Bezug auf das Leben der Gemeinde. Aus den Worten des Apostels wird ersichtlich, wie stark seine Beziehung zur Gemeinde von Korinth war. Entschieden spricht er einen Fall von Inzest an, der in der Gemeinde vorgefallen ist und gelöst werden muss. Es ist eine Stelle, die uns dazu bringt, die Verantwortung der geschwisterlichen Zurechtweisung wieder zu entdecken. Sie wird oft vernachlässigt – sei es aus Faulheit oder aus Gleichgültigkeit. Um jemanden zurechtzuweisen, muss man die Verantwortung übernehmen, Bruder oder Schwester zu sein. Es erfordert eine lange und geduldige „Arbeit", die auch Härte nicht ausschließt, um zu versuchen, das Herz dessen zu ändern, der einen Fehler begangen hat, und um das Wachsen der Gemeinde zu ermöglichen. Die Schwere der Sünde – wie in diesem Fall – erfordert eine ebenso schwerwiegende Entscheidung, um das Böse an der Wurzel zu beseitigen. Aber all das ist nicht möglich ohne Liebe, ohne väterliche Liebe, die weiß, wie man andere korrigiert. Leider lassen wir uns oft durch Kälte oder – noch schlimmer – durch Gleichgültigkeit leiten, und dies führt dazu, dass uns die Brüder und Schwestern egal sind und wir übereilte und kalte Entscheidungen treffen. Der Apostel Paulus aber lehrt uns, auch an das Heil derer zu denken, die sich mit schwerer Schuld befleckt haben. Die harte Entscheidung, die über den Sünder getroffen wird, soll dazu führen, dass „sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird". Seine ersten Worte tadeln, dass dieses Unkraut nicht sofort und mit Entschiedenheit ausgerissen wurde, sondern dass man sich auf einige Worte der Rüge beschränkte. Der Apostel sagt, dass die Gemeinde für die Heiligkeit aller ihrer Mitglieder mitverantwortlich ist. Somit ist es die Pflicht der Gemeinde und eines jeden Mitgliedes, die Brüder und Schwestern geschwisterlich zurechtzuweisen, damit das Böse ausgetrieben und der eine Leib des Herrn nach dem Geist des Evangeliums aufgebaut wird. Dies ist der Sinn der brüderlichen Zurechtweisung, von der auch im Evangelium die Rede ist. Sie zeigt die wirksame Solidarität unter den Mitgliedern dieser einen Familie Gottes. Das Bild des alten Sauerteigs der Bosheit und Schlechtigkeit verdeutlicht, mit welcher Sorgfalt man das Böse entfernen muss. Zugleich muss man sich für die „ungesäuerten Brote der Aufrichtigkeit und Wahrheit" entscheiden, um die Gemeinschaft der Gläubigen nach Gottes Willen wachsen zu lassen. Wenn diese Gemeinschaft gereift ist, soll sie ihrerseits die ganze Stadt verändern.


05/09/2016
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