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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Die Muslime feiern das Opferfest (Aid al-Adha)


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an die Korinther 11,17-26.33

Wenn ich schon Anweisungen gebe: Das kann ich nicht loben, daß ihr nicht mehr zu eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden zusammenkommt. Zunächst höre ich, daß es Spaltungen unter euch gibt, wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt; zum Teil glaube ich das auch. Denn es muß Parteiungen geben unter euch; nur so wird sichtbar, wer unter euch treu und zuverlässig ist. Was ihr bei euren Zusammenkünften tut, ist keine Feier des Herrenmahls mehr; denn jeder verzehrt sogleich seine eigenen Speisen, und dann hungert der eine, während der andere schon betrunken ist. Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes? Wollt ihr jene demütigen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch etwa loben? In diesem Fall kann ich euch nicht loben. Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wenn ihr also zum Mahl zusammenkommt, meine Brüder, wartet aufeinander!

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nachdem der Apostel davon gesprochen hat, wie zentral die Eucharistie im Leben der Gemeinschaft ist, geht er auf die Ordnung beim eucharistischen Mahl ein. Auch beim vorhergehenden Abschnitt, in welchem es um die Kleidung der Frauen ging, nahm Paulus Bezug auf die gottesdienstliche Versammlung, die der zentrale Teil im Leben der christlichen Gemeinschaft ist. Die Eucharistie ist wirklich die Quelle des neuen Lebens und die Quelle neuer Verhaltensweisen für die Gläubigen. Sie ist der Ursprung und der Höhepunkt des christlichen Lebens, so wie es zwanzig Jahrhunderte später das II. Vatikanische Konzil formulieren wird. Zur Zeit des Paulus wurde die Eucharistie am Ende eines gemeinsamen Mahles gefeiert, bei dem die ganze Gemeinde versammelt war. Es geschah jedoch bisweilen, dass einige ihr Essen einnahmen, ohne auf die Ärmeren Rücksicht zu nehmen. So zeigten sie Distanz und Desinteresse statt Kommunion und Liebe. Ihr Verhalten bedeutete einen direkten Verrat am Sakrament der Einheit. Dem Apostel ist wohl bewusst, dass in der Gemeinde nicht alles akzeptiert werden darf, und deshalb ist es gut, dass es Einschnitte und Verbesserungen gibt: „Denn es muss Parteiungen geben unter euch; nur so wird sichtbar, wer unter euch treu und zuverlässig ist." Wenn man jedoch um das einzige Brot versammelt ist, muss die Gemeinde „ein Herz und eine Seele" (Apg 4,32) sein. Angesichts des Egoismus, der sich während des Herrenmahls breitmacht, geht Paulus sogar so weit, ihn als Gotteslästerung zu definieren. Um den Primat der Kommunion in der Gemeinschaft zu verteidigen, erzählt er von der Einsetzung der Eucharistie. Er hat sie empfangen und gibt sie selbst wiederum weiter. Dies ist der wertvollste Schatz in der Kirche. Für den Apostel ist offensichtlich die Brüderlichkeit in der Gemeinde eng mit der Feier der Eucharistie verbunden, dem Gedächtnis Christi. Bei der Feier der Kommunion mit Christus darf man diese nicht gleichzeitig durch egoistisches Verhalten und Verachtung der anderen verleugnen. Der gebrochene Leib und der für die anderen vergossene Wein zeigen, mit welchem Geist man an der Feier der Eucharistie teilnehmen soll. Auch an die Jünger von heute wird die Forderung gestellt, nicht für sich, sondern für die anderen zu leben. Das gilt besonders für die Feier der Eucharistie.


12/09/2016
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