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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Galater 3,1-5

Ihr unvernünftigen Galater, wer hat euch verblendet? Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden? Dies eine möchte ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch die Botschaft des Glaubens empfangen? Seid ihr so unvernünftig? Am Anfang habt ihr auf den Geist vertraut, und jetzt erwartet ihr vom Fleisch die Vollendung. Habt ihr denn so Großes vergeblich erfahren? Sollte es wirklich vergeblich gewesen sein? Warum gibt euch denn Gott den Geist und bewirkt Wundertaten unter euch? Weil ihr das Gesetz befolgt oder weil ihr die Botschaft des Glaubens angenommen habt?

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

In den ersten beiden Kapiteln des Briefes hat Paulus seine apostolische Autorität verteidigt, die durch die Unterstellungen falscher Lehrer in Frage gestellt wurde. Nachdem er dargelegt hat, dass ihm sowohl das Apostelamt als auch das Evangelium direkt von Christus geschenkt wurden, verteidigt er nun den Inhalt der Botschaft. Dabei weist er auf die Früchte hin, die den Galatern selbst in ihrem Leben durch das Wirken des Heiligen Geistes geschenkt wurden. Was sie erfahren haben, geschah nicht durch Werke des Gesetzes, sondern durch die Predigt des Evangeliums. Durch den Glauben konnten sie „so Großes" erfahren. Denn das Evangelium ist ein machtvolles Wort, es befreit von der Sünde und schenkt ein neues Leben. Die Schrift selbst bezeugt diese unglaubliche Kraft des Evangeliums. Der Apostel beginnt mit der Geschichte Abrahams, der nicht durch Werke, sondern durch den Glauben gerecht gemacht wurde. Hart fährt er die Christen an: „Ihr unvernünftigen Galater". Er ist wirklich um die Galater besorgt, möchte sie vor Unvernunft bewahren und sagt ihnen, dass es nur eine Wahrheit des Evangeliums gibt, und zwar den gekreuzigten Christus. Wer auf den Gekreuzigten schaut, wird vor Unvernunft bewahrt, denn er versteht, wie weit er von der so außergewöhnlichen Liebe Jesu entfernt ist. Diese Liebe ist so grenzenlos, dass sie ihn dazu bewegte, für uns zu sterben. Wie sollten wir vor dem Geheimnis dieses Todes meinen, dass uns unsere Werke retten können? Dann würden wir ja unsere armseligen Taten mit der Liebe Jesu zu uns vergleichen. Wer von uns hat bis zum Tod am Kreuz geliebt? Paulus erklärt, dass der Stolz und damit die Blindheit Überhand gewinnen, wenn wir die Predigt von Jesus Christus als dem Gekreuzigten vergessen. Dann sehen wir mehr unsere Werke als die übergroße Liebe Gottes. Erst die Predigt des Evangeliums macht die „Wundertaten" möglich, die Christen vollbringen. Der Heilige Geist, der in unsere Herzen ausgegossen wurde, wirkt in uns und lässt uns Großes vollbringen. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen" (Joh 14,12). Wir dürfen uns über diese ehrgeizigen Ziele Jesu für uns nicht wundern. Wir sollen uns nur vom Geist führen lassen, der auch durch uns geringe Menschen große Dinge vollbringen wird. Der heilige Ignatius von Antiochien sagte, als er zum Martyrium nach Rom gebracht wurde: „Das Christentum ist keine Frage der Überredung, sondern der Größe, nämlich der „Wundertaten" der Liebe.


06/10/2016
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